Untertunnelt: Die Bahnhofshalle steht nun auf einem unterirdischen Hohlraum

In 16 Metern Tiefe ist die Baugrube für den Straßenbahntunnel am Hauptbahnhof komplett ausgehoben.

Unter dem historischen Bahnhofsgebäude geht’s trotz der aktuellen Situation gut voran: Die Baugrube für den Straßenbahntunnel der Stadtwerke Augsburg (swa) ist fertig ausgehoben. Seit Herbst 2019 wird in rund 16 Metern Tiefe das Erdreich ausgehoben. Von der Abfahrtsrampe in der Halderstraße bis unter das Empfangsgebäude hat die Tunnelbaugrube nun schon eine Länge von rund 300 Metern. Im nächsten Schritt wird der Tunnel in der Baugrube einbetoniert.

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Das rund 175 Jahre alte Bahnhofsgebäude ist das älteste in ganz Deutschland. Damit es keinen Schaden bei den Bauarbeiten nimmt, haben die swa einige Vorkehrungen getroffen – auch beim Bauvorgang selbst. Bevor die Erde unter dem Gebäude ausgegraben werden konnte, sind die Tunnelwände zuerst über ein besonderes Düsenstrahlverfahren in den Boden betoniert worden. So steht das Bahnhofsgebäude auch weiterhin stabil.

Westseite: Jetzt wird unter Gleis 3 und 4 gebaut

Auf der Westseite des Bahnhofs ist ebenfalls einiges los: Die Bahnsteigunterführung für Fußgänger nähert sich immer mehr dem Bahnhofsgebäude an. Demnächst gehen die Gleise 5 und 6 inklusive des Personenbahnsteigs D wieder in Betrieb. Anschließend rücken die Bauarbeiten an der unterirdischen Bahnsteigunterführung zum nächsten Abschnitt unter den Gleisen 3 und 4 vor. Ebenso wie der bereits fertiggestellten Bahnsteige E und F hat auch der Bahnsteig D ein neues Dach bekommen.

Bahnsteigunterführung für Fußgänger in acht Metern Tiefe

Auch die Bahnsteigunterführung im Bereich der Personenbahnsteige F, E und D ist schon fertig. Diese sogenannte Verteilerebene befindet sich in acht Metern Tiefe unter den Bahnsteigen. Mit rund 18 Metern ist die Unterführung mehr als doppelt so breit wie zuvor. In Zukunft verbinden Rolltreppen und Aufzüge die Zwischenebene mit den Personenbahnsteigen. Die Bauarbeiten liegen aktuell genau im Plan. Unter den Gleisen werden sie voraussichtlich bis Ende 2021 dauern.

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Bahnbetrieb läuft während der Bauarbeiten weiter

Damit der Bahnbetrieb während der Bauarbeiten weiterlaufen kann, wird ein besonderes Verfahren für die Untertunnelung der Personenbahnsteige angewendet: die sogenannte Deckelbauweise. In die Erde einbetonierte Bohrpfähle sorgen für Stabilität, bevor das Erdreich unter den Gleisen ausgehoben wird. Ein Deckel aus Beton liegt auf den Pfählen auf, darunter wird anschließend gegraben. Abschnittsweise arbeiten sich die Tunnelarbeiter auf diese Weise unter den Personenbahnsteigen vor. Das fertige Tunnelstück vom Portal West an der Rosenaustraße bis zur Bahnsteigunterführung ist bereits 135 Meter lang.

Und wie geht’s jetzt weiter?

Im Jahr 2021 folgt der letzte Akt des Rohbaus: Der Durchbruch der Mauer, die momentan den Bereich zwischen den beiden Tunnelhälften im Westen und Osten stabilisiert. Der Rohbau des Tunnels wird größtenteils Ende 2021 abgeschlossen sein, 2022 folgt dann der Innenausbau und die technische Ausrüstung der Strecke für die Straßenbahnen und die unterirdische Straßenbahnhaltestelle sowie den Fußgängertunnel.

Fotos: swa / Thomas Hosemann

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