Ein königlicher Bahnhof

Die erste Staatsbahnstrecke in Bayern, die „König-Ludwig-Nord-Süd-Bahn“, hielt einst auch in Augsburg. Damit das möglich war, musste vor rund 175 Jahren ein neuer Bahnhof gebaut werden. So begann die Geschichte rund um das älteste Bahnhofsgebäude Deutschlands.

Heute schwer vorstellbar, aber 1840 herrschte in Bayern König Ludwig der Erste, die Pfalz war bayerisch und Züge fuhren nur zwischen Augsburg und München. Doch das sollte sich bald ändern. Mit dem Ausbau der Süd-Nord-Verbindung quer durch das Königreich von Lindau nach Hof, zuerst bis Donauwörth, sollte Augsburg ein wichtiger Haltepunkt werden. Und außerdem einen neuen, moderneren Hauptbahnhof erhalten.

Vom Roten Tor zum Rosenauberg

Die meisten Augsburger kennen den Hauptbahnhof in seiner heutigen Form und an seinem aktuellen Standort. Doch bevor er an dieser Stelle eröffnete, hielten die Züge noch woanders. Und zwar am Roten Tor. Dort konnte die königliche Eisenbahn wegen der Topographie nicht halten und bediente nur Oberhausen. Man entschied sich, 1843 auf dem Rosenauberg – dem heutigen Standort – zu bauen. Kein Geringerer als der Architekt Eduard Rüber, der bereits die Bahnhöfe in Lindau, Bamberg, Nürnberg und Kaufbeuren entworfen hatte, wurde beauftragt, einen neuen Hauptbahnhof zu errichten.

Drei Jahre dauerte der Bau des neuen Empfangsgebäudes, das im Jahr 1846 feierlich eingeweiht wurde. Der ausgediente Bahnhof am Roten Tor bekam eine neue Aufgabe. Seit 1920 und bis heute dient er als Depot für die Straßenbahnen der Stadtwerke Augsburg (swa). Die Haupthalle des Straßenbahnbetriebshofs steht sogar unter Denkmalschutz und ist noch im Original von 1838 erhalten.

175 Jahre in Betrieb: das älteste Bahnhofsgebäude Deutschlands

Nach 1846 war aber nicht Schluss am Hauptbahnhof. Der Bau der königlich-bayerischen Architektur wurde bereits 1852 funktionaler und repräsentativer umgebaut. Jahre später erfolgte der Anbau der Flügelgebäude und der Vorhalle. Natürlich immer im Stile des Spätklassizismus.

Wer also heute durch die Hallen des Hauptbahnhofs geht, ist von 150 Jahren Architekturgeschichte umgeben. Heute gilt das Bahnhofsempfangsgebäude als das älteste, das in einer Großstadt noch in Betrieb ist – und steht somit unter Denkmalschutz. Nach dem Bau des Straßenbahntunnels wird das Gebäude, trotz neuer und moderner Funktionen, denkmalgerecht wiederhergestellt sein.

Denkmalschutz auf der Baustelle

Seit 2014 wird am Hauptbahnhof wieder gebaut. Eine Straßenbahnhaltestelle direkt unter den Personenbahnsteigen sorgt für eine barrierefreie Nutzung aller Verkehrsangebote. Nach drei Jahren Bauzeit für den Tunnelabschnitt von der Halderstraße und im Thelottviertel begann im August 2017 die Untertunnelung des historischen Empfangsgebäudes. Dafür war einiges an Vorarbeit nötig, denn der Denkmalschutz muss bei Neubauvorhaben beachtet werden.

„Für die Untertunnelung wurden die Fenster und Türen herausgenommen. Die entstandenen leeren Fensteröffnungen wurden vermauert, damit die Wände während der Baumaßnahmen stabil bleiben“, sagt Dorothee Schäfer, Leiterin der Projektkommunikation bei den swa. Wenn der Tunnel fertiggestellt ist, werden die Originale wiedereingesetzt – damit die Empfangshalle auch weiterhin ihren Titel als ältestes Bahnhofsgebäude Deutschlands tragen darf.

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Nach der Untertunnelung kommen die Originalfenster wieder zurück.

Archivsammlung Franz Häußler

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