Das Heizkraftwerk: Herz der Fernwärme

Hinter den Backsteinmauern des Heizkraftwerks in der Franziskanergasse arbeitet einer von Oktober bis März 24 Stunden am Tag. „Xaver“ ist dafür verantwortlich, dass umweltfreundlicher Strom und Fernwärme entstehen – und das seit mittlerweile über 40 Jahren.

Für unser aller Augen unsichtbar – und doch so wichtig, nicht nur an kalten Wintertagen: Unter unseren Füßen verläuft ein etwa 160 Kilometer langes Fernwärmenetz, das Krankenhäuser, Firmen und ganze Wohnblöcke mit Wärme versorgt. Das Herz dieser Versorgung steht in der Jakobervorstadt und versteckt sich hinter Wänden aus Backsteinen: das Heizkraftwerk der swa in der Franziskanergasse.

Raus mit der Kohle!
„Seit 1954 erzeugen wir hier Strom und Wärme für Augsburg“, erklärt Dr. Markus Pröll, Geschäftsbereichsleiter Energieerzeugung bei den swa. Das Ziel des Heizkraftwerkes war, die schmutzige Kohle aus den Wohnungen der Stadt zu verbannen. Zunächst wurde das Bezirkskrankenhaus mit Wärme aus dem Heizkraftwerk versorgt, nur kurze Zeit später kam auch das Rathaus dazu. „Von da an entwickelte sich die Erfolgsgeschichte Fernwärme immer weiter – und tut es noch heute“, erzählt Dr. Markus Pröll weiter. Aktuell bauen die swa die „Stammleitung 7“ in Lechhausen. Diese wird den Roboterbauer KUKA mit Wärme versorgen. „Die Stammleitung zu KUKA ist die Basis für viele weitere Wohnblöcke und Gewerbebetriebe, die von dort umweltschonend mit Fernwärme versorgt werden können.“

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 „Xaver“ ist ein Multitalent
1966 zog dann die erste Dampfturbine in der Franziskanergasse ein. 2012 hatte sie ihren Dienst getan und wurde abgebaut. Die zweite Dampfturbine wurde 1976 installiert und im Jahr 2017 einer Vollrevision unterzogen, damit sie noch lange sicher und zuverlässig weiterlaufen kann. In Augsburg hat die gelbe Dampfturbine sogar einen Namen bekommen: Xaver, wie das kleine Schild verrät, das neben ihr steht. „Xaver war ein Mitarbeiter, der mittlerweile in Rente ist. Er kannte die Dampfturbine wie kein Zweiter, sein Herz steckt in dieser Maschine. Deswegen haben ihm die Kollegen zum Abschied dieses kleine Geschenk gemacht“, erzählt Clemens Beutmüller. „Sie ist der Dreh- und Angelpunkt für die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Fernwärme“ erklärt Clemens Beutmüller, Betriebsleiter des Heizkraftwerks. Die Dampfturbine läuft Tag und Nacht und erzeugt neben Fernwärme 20 Megawatt Strom. Das entspricht der Menge des Stromverbrauchs von großen produzierenden Unternehmen in Augsburg zu Spitzenzeiten.

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Kraft-Wärme-Kopplung
Aufgrund der regelmäßigen Wartung und Pflege kann die Dampfturbine Tag für Tag Strom und Fernwärme erzeugen. Dieses Prinzip heißt „Kraft-Wärme-Kopplung“ und wird aufgrund seiner positiven Eigenschaften sogar durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gefördert. Die Betreiber solcher Anlagen, die zu einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen, bekommen zeitlich befristete Zuschlagszahlungen.

Technisch passiert in der Anlage vereinfacht gesagt Folgendes: Das zugeleitete Erdgas wird durch Zugabe von Luft in einem Dampfkessel verbrannt und so Dampf mit 500 Grad Celsius und 65 bar erzeugt. Der Dampf treibt eine Turbine an, die mit einem Generator gekoppelt ist und Strom erzeugt. Der Dampf, der die Turbine verlässt, wird zur Erzeugung von Heißwasser für die Fernwärme genutzt. Der Dampf kondensiert und wird wieder zurück in den Dampfkessel geleitet um erneut „verdampft“ zu werden.

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Umweltfreundliche Fernwärme
Die Anlage erzeugt Wärme für etwa 6.000 Einfamilienhäuser und Strom für rund 14.000 Haushalte. Nicht zuletzt deswegen ist das Heizkraftwerk in der Franziskanergasse so wichtig. „Wir investieren ständig in die Optimierung und Instandhaltung des Kraftwerks“, erklärt Clemens Beutmüller. Denn ohne dieses Kraftwerk wäre es im Winter in etwa jedem dritten Haushalt kalt. In der Franziskanergasse laufen, vergleichbar mit dem Herzen, alle Hauptschlagadern zusammen. Von hier wird die Wärme im Stadtgebiet verteilt und der Netzbetrieb koordiniert. Hierzu ist die Leitwarte24h an 365 Tagen im Jahr besetzt. In der Anlage wird umweltschonend Erdgas verbrannt. Hierbei entsteht CO2, allerdings weit weniger als bei der Verbrennung von Heizöl. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung werden beachtliche 95% der Energie des Brennstoffs genutzt, um Wärme und Strom zu erzeugen.

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