Woher die Haltestelle ihren Namen hat: Fischertor

Wer von der Thommstraße kommend weiter in die Innenstadt Richtung Dom möchte, passiert es zwangsläufig: das Fischertor. Wasser oder Fische sucht man hier allerdings vergeblich... Wir erklären, wie das Fischertor und somit die gleichnamige Haltestelle zu ihrem Namen kamen.

Zeitreise, rund 700 Jahre zurück in die Vergangenheit: Immer mehr Menschen suchten den Schutz der mächtigen Reichsstadt Augsburg, fanden aber keinen Platz mehr. So auch die Fischer von Lech und Wertach, ein wenig geachteter Berufsstand – das kennen wir aus dem gallischen Dorf von Asterix. Als Siedlungsplatz wurde ihnen das Gebiet um den Senkelbach zugewiesen, der am Fuß der Augsburger Anhöhe vorbeifließt.

Das Stadttor, das sich seit 1328 an dieser Stelle befand, und das Fischerviertel und Innenstadt miteinander verband, erhielt im Volksmund bald den Namen „Fischertor“. 1609 wurde das Stadttor von Stadtbaumeister Elias Holl erneuert und um zwei weitere Stockwerke ergänzt. Im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 wurde das Fischertor fast komplett zerstört und erst sechs Jahre später wieder aufgebaut. Nachdem der Durchgangsverkehr bis 1770 immer weiter abnahm, wurde entschieden, das Tor zu schließen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die heute als "Am Fischertor" bekannte Straße wieder an Bedeutung gewann, deutlich verbreitert und schließlich umbenannt wurde, wurde auch das Fischertor wieder in die Überlegungen einbezogen. So entschied man sich im Jahr 1924, das verschlossene Stadttor abzureißen und neu zu erbauen. Es entstand das Bauwerk, wie wir es heute kennen, mit dem weitgeschwungenen Einlass und beidseitigen Torbögen.

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Bis heute trägt das Fischertor auf der Stadtseite eine von Fischen umrahmte Steintafel, die die Herkunft des Namens erklärt: "Hier führte ehedem das 1328 errichtete, 1609 von Elias Holl umgebaute und im span. Erbfolgekrieg zerstörte Fischertörlein in die Stadt. An seiner Stelle wurde 1924-25 die gegenwärtige Bauanlage errichtet."

Bilder: vmm Wirtschaftsverlag, Thomas Hosemann

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