Werkstatt XXL

Straßenbahnen in Schuss halten – das kann nicht jeder. Die 70 Spezialisten in der Werkstatt an der Baumgartnerstraße in Augsburg kennen jede Besonderheit der tonnenschweren Transportmittel. Bei einer Werkstattbesichtigung lernt man die Eigenheiten der Augsburger Straßenbahnen kennen.

Fahrwerk
Nicole und Andreas sind zwei der Spezialisten, die für die Instandhaltung der Augsburger Straßenbahnen zuständig sind. Sie wissen: Damit eine Straßenbahn fahren kann, braucht sie auch ein Fahrwerk – und das bauen die beiden auf unserem Titelbild gerade in einen Combino ein. Diese Fahrwerke werden regelmäßig zur Wartung und Erneuerung ausgebaut. Nicole muss dabei den Heber bedienen, damit das fünf Tonnen schwere Fahrwerk überhaupt an die richtige Position kommen kann. Währenddessen setzt Andreas die Federn auf. Diese verschwinden später unter der Straßenbahn, sobald das Fahrwerk an der richtigen Position sitzt. Anschließend werden das Fahrwerk und der Wagenkasten mechanisch, elektrisch und hydraulisch verbunden. Das Ganze passiert an diesem Fahrzeugtyp viermal: Combino und CityFlex haben vier Fahrwerke – drei mit und eines ohne Motor.

Besandungsanlage
Starkes Bremsen oder nasse Schienen: Wenn sich der Reibwert zwischen den Stahlrädern und den Gleisen erhöhen soll, kommt Quarzsand zum Einsatz. An jedem Rad ist ein Sandstreubehälter angebracht, der die kleinen Körnchen zwischen Schiene und Rad treibt und so quasi für ABS und ASR bei der Straßenbahn sorgt. Dadurch kann der Bremsweg möglichst kurz gehalten werden, auch wenn es draußen glatt ist. Deshalb füllt man immer wieder den Quarzsand nach – im Winter natürlich noch häufiger als im Sommer.

Stromabnehmer
Ohne Volt rollt nix, schon gar nicht bei der Straßenbahn. Der Weg von der Oberleitung – durch die 700 Volt Gleichstrom flitzen – zur Straßenbahn geht über den Stromabnehmer. Dieser wird durch eine starke Feder an die Oberleitung „gepresst“. An den Schleifleisten, die an der Oberleitung entlang gleiten, ist ein Graphitgemisch angebracht. Dieses Mineral sorgt dafür, dass der Strom abgenommen werden kann. Bevor er dann ins Fahrzeug geleitet wird, wird er noch in Wechselstrom umgewandelt.

Stahlräder
Stahl auf Stahl. So geht es für die Straßenbahn durch Augsburg. Damit das Verhältnis zwischen Rad und Schiene immer optimal ist, müssen die 200 Kilogramm schweren Räder regelmäßig zum „Reprofilieren“. Dabei werden sie mit einem Stahlmeißel nachgedreht und wieder in Form gebracht. Maximal dreimal kann man die Räder wieder fit machen, dann muss ein neues her.

Bild: vmm wirtschaftsverlag / Bernd Jaufmann

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