Wenn auf den Tramgleisen alles rund laufen soll

Die Tramwerkstatt der swa kümmert sich darum, dass in puncto Straßenbahn alles rund läuft. Eine Maschine hat hierbei eine besondere Bedeutung: die Hegescheidt Unterflurdrehmaschine.

Seit über 20 Jahren schleift sie die Räder der Straßenbahnen der swa. Je schärfer, je runder, desto fester liegt der Straßenbahnzug auf den Schienen und desto ruhiger schlängelt sich die Tram durch die Stadt. Kürzlich dann doch jedoch der Schock: Das Ende der Unterflurdrehmaschine schien gekommen. Als sich herauskristallisiert hatte, dass eine neue Maschine ca. 1,5 Millionen Euro kosten würde, entschied sich Geschäftsbereichsleiter Tomasz Karbowski für die weit kostengünstigere Variante der Generalsanierung.

Generalüberholung in vier Wochen

Der Termin für die Generalüberholung der Unterflurdrehmaschine wurde bewusst in den August gelegt, da zur Ferienzeit weniger Straßenbahnen im Einsatz sind. „Die Neubeschaffung einer Unterflurdrehmaschine hätte einen Bearbeitungsausfall von beinahe einem halben Jahr mit sich gebracht. Das können wir uns nicht leisten. Jetzt wurde alles in nur knapp vier Wochen ausgeführt“, erklärt Karbowski. Die Maschine muss jeden Tag laufen. „Wenn wir nicht Tag für Tag die Profile schleifen würden, würden die Straßenbahnen wegen Unebenheiten an den Rädern unentwegt „klopfen“ oder im schlechtesten Fall würden sie überhaupt nicht mehr fahren,“ so Karbowski weiter. Damit dieser Fall nicht eintritt, kommt die Unterflurdrehmaschine zum Einsatz. Jede Flachstelle wird mit ihr herausgedreht, die Räder werden wieder kreisrund und erhalten ein geschlossenes, schneidiges Profil. Ungefährlich ist der Arbeitsplatz nicht, da hierbei messerscharfe Metallspäne durch die Luft fliegen. Deshalb müssen die Bediener der Unterflurdrehmaschine hochkonzentriert arbeiten. „Ohne Vollmontur, Helm mit Sichtschutz und schnittfesten Handschuhen kann hier nicht gearbeitet werden.“

Im Ernstfall greift Totmannschaltung

Nach der Generalüberholung hat sich der Arbeitsplatz komplett verändert, da ab sofort, dank neuer Videoüberwachung, hier nun ein Alleinarbeitsplatz geschaffen wurde. Ab jetzt kann eine Person die Unterflurdrehmaschine steuern und gleichzeitig Späne ziehen. Hierfür war der Einbau einer sogenannten „Totmannschaltung“ nötig. Wenn nicht in regelmäßigen Zeitabständen bestimmte Knöpfe gedrückt werden, schaltet die Maschine im Ernstfall unmittelbar ab. Dank der Kameraüberwachung kann der gesamte Straßenbahnzug nun noch exakter für die Schleifarbeiten positioniert werden. Das wirkt sich positiv auf die Arbeitsergebnisse aus.

Für mehr Sicherheit und Lärmreduzierung

Die Generalsanierung und Erneuerung führte Maschinentechniker Peter Kleiber durch. Er hatte die Unterflurdrehmaschine bereits vor 20 Jahren dort in der Tramwerkstatt montiert. „Man muss diese Maschinen konstant warten und reinigen. Wenn man hierfür Zeit einräumt, rechnet sich dies auf Dauer immer“, sagt Peter Kleiber. Die Hauptaufgaben der Unterflurdrehmaschine dienen der Sicherheit und der Lärmreduzierung. Um die acht Achsen eines Straßenbahnzuges zur bearbeiten, benötigt man an der Unterflurdrehmaschine bis zu neun Stunden. Werkstattleiter Karbowski betont abschließend noch einmal die Bedeutung dieser Generalsanierung. „Diese Maschine muss laufen, ansonsten fallen Züge aus. Aber dank der Unterflurdrehmaschine und ihrer Bediener läuft hier weiterhin Tag für Tag alles rund.“

Foto: Thomas Hosemann

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