Stromnetze: Eine hochspannende Angelegenheit

Die swa garantieren ihren Energie-Kunden Versorgungssicherheit. Dafür bauen sie ihr Stromnetz immer weiter aus. Hermann Fünfer von der swa Netze GmbH spricht im Interview darüber, was vor allem im BIG-Gebiet geplant ist.

Herr Fünfer, einmal ganz von vorne: Wie kommt der Strom in meine Wohnung?

Hermann Fünfer: Damit der Strom aus der Steckdose im Wohnzimmer fließen kann, braucht es verschiedene Stationen, die man sich wie eine Kette mit mehreren Gliedern vorstellen kann: Zuerst sind da unsere 11 Hochspannungsanlagen, wie die in der Eichleitnerstraße in Göggingen. Dort fließen 110.000 Volt durch. Weil das aber zu viel für einen einfachen Haushalt wäre, werden diese hohen Spannungen durch Transformatoren mit einer Leistung von je 40.000 kW umgewandelt und in kleinere Schaltanlagen umgeleitet, die je nach Lage im Einzugsgebiet 10.000 oder 20.000 Volt verarbeiten können.

Was aber immer noch zu viel ist, oder?

Fünfer: Genau. Deshalb verfügen diese Stationen über einen oder zwei eigene Transformatoren, die die sehr hohe Voltzahl in die haushaltsüblichen 400 beziehungsweise 230 Volt umwandeln. Deshalb werden sie auch Trafostationen genannt. Ein Trafo hat alleine eine Leistung von meist 630 Kilowatt. Zum Vergleich: Ein normaler Haushalt braucht im Durchschnitt nur ein Kilowatt. Damit könnten also rein theoretisch 630 Haushalte versorgt werden. Das wird aber natürlich nie ganz ausgelastet, um mögliche Ausfälle zu vermeiden. Damit im Störfall auch Reserve für Umschaltungen vorhanden ist, versorgen wir im Schnitt ca. 300 Haushalte mit einem Trafo.

Also wird jeder in Augsburg über die Trafostationen versorgt?

Fünfer: Jeder. Auch die großen Industrieunternehmen wie MAN oder die Bäckerei Rager in Haunstetten beziehen daraus ihren Strom. Allerdings brauchen die natürlich viel mehr als eine normale Wohnung. Darum werden hier die Trafostationen direkt mit auf das Gelände gebaut oder in ein Gebäude integriert. Dafür müssen die Bauherren entsprechend Platz zur Verfügung stellen. Große Unternehmen betreiben auch eigene Trafostationen. Bei denen stellen wir direkt die 10.000 Volt oder 20.000 Volt zur Verfügung. Auch in der Innenstadt betreiben wir viele Stationen: Knapp die Hälfte unserer 1.000 Stationen sind in Gebäude integriert. Und auch Neubau- oder Gewerbegebiete bekommen wegen ihres hohen Strombedarfs eigene Trafostationen.

Das Versorgungsgebiet ist aber nicht nur die Stadt Augsburg, sondern auch das BIG-Gebiet, also Bergheim, Inningen und Göggingen. Sind die Netze miteinander verbunden?

Fünfer: Nein. Das BIG-Gebiet haben wir 2017 von einem regionalen Energieversorger übernommen – natürlich inklusive eigenem Stromnetz. Das heißt, die Versorgungsbereiche sind getrennt und laufen autark. Zur Sicherheit haben wir aber zwei unabhängige Einspeisungen in das Gebiet, die jede für sich die gesamte Leistung bereitstellen kann. Zudem gibt es noch eine leistungsstarke Verbindung zwischen den beiden Netzen.

Was sind die größten Unterschiede zwischen regionalem und städtischen Netz?

Fünfer: Vor allem die Netzstrukturen unterscheiden sich deutlich. Das Stadtnetz hat eine höhere Dichte und bietet dadurch auch eine höhere Versorgungssicherheit. Denn wenn bei einer Störung einmal eine Leitung ausfällt, kann eine andere übernehmen. Wir brauchen im Schnitt nur etwa eine Stunde, bis so eine Unterbrechung komplett behoben ist und der Kunde wieder Strom hat. Das macht aufs Jahr gerechnet lediglich 6,5 Minuten pro Kunde. Damit liegen wir deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 16,3 Minuten.

Was ist geplant, um das Netz auch im BIG-Gebiet weiter auszubauen?

Fünfer: Unser Ziel ist es, das BIG-Netz an die Strukturen im Stadtnetz anzupassen. Das bedeutet: Wir bauen um. Mehr Kabel, ein dichteres Netz, mehr Vermaschung und Erneuerung von Anlagen. Im Gesamten investieren wir in unser Stromnetz durchschnittlich 9 Mio. Euro jährlich – für Erweiterung, aber auch Erneuerung. Aber natürlich können wir auch heute schon eine sehr sichere Stromversorgung im BIG-Gebiet garantieren: Unsere zwei Umspannwerke, die hierfür zuständig sind, versorgen es von zwei Seiten. Eines ist in der Eichleitnerstraße und wurde erst 2018 auf technisch neuestem Stand in Betrieb genommen. Das andere Umspannwerk ist bei der WWK-Arena. Sollte eines der beiden einmal ausfallen, kann das andere die gesamte Versorgung innerhalb kürzester Zeit übernehmen. Und im normalen Betrieb teilen sie sich das Gebiet auf.

Foto: swa /Bernd Jaufmann

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