Margaret – ohne „h“ und mit Geschichte

Margaret – hinter diesem Namen verbirgt sich eine christliche Heilige, eine Art Rückversicherung gegen schlimme Dinge und eine Augsburger Haltestelle. Wie diese Dinge zusammenpassen, lesen Sie hier.

Die kleine Kirche St. Margareth am Fuß des Milchbergs: Mit ihrer kräftigen roten Farbe leuchtet sie frech gegen das mächtige Ulrichsmünster an, „oben“ auf dem Augsburger Stadtberg. Trotz seiner überschaubaren Dimensionen ist das Kirchlein eine echte Größe in diesem Teil der Stadt – schon deshalb, weil sie prima als Orientierungspunkt taugt: Hier muss abbiegen, wer über die Spitalgasse zur Puppenkiste gelangen will.

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Eine Frau mit großer Verantwortung
Ihre Ausstrahlung hat sie aber auch ihrer Namensgeberin zu verdanken: Margarethe ist eines der „drei heiligen Mad‘l“. Gemeinsam mit Barbara und Katharina zählt sie zu den 14 „Nothelfern“ der katholischen Kirche, also Heiligen. Die galten im Volksglauben als so etwas wie Rückversicherungen gegen die schlimmsten Dinge, die einem im Leben so passieren konnten. Das war lange, bevor man Versicherungen per Vertrag abschließen konnte. Margarethe wurde dabei vor allem zum Schutz während Schwangerschaft und Geburt angerufen. Auch Wunden und Gesichtskrankheiten zählen zu ihrem Verantwortungsbereich. Ebenso wie der Schutz „gegen Unholde aus der Tiefe des Wassers“.

Zu Margarethes Ehren
Eine mächtige und angesehene Fürsprecherin also, diese Frau aus dem antiken Antiochia, einer Stadt im heutigen Syrien, die wegen ihres Bekenntnisses zum christlichen Glauben als Märtyrin sterben musste. Vermutlich im Jahr 305, also fast zeitgleich mit ihrer Augsburger Schicksalsgenossin Afra. Ein Frauenkloster wurde zu ihren Ehren auf der Fläche hinter der Kirche errichtet, das inzwischen wieder verschwunden ist. An seine Stelle trat das Altenheim St. Margareth, inzwischen umbenannt in Paritätisches Hospital-Stift St. Margaret. Aufmerksame Leser merken es sofort: ohne „h“ am Ende. Was nicht der Rechtschreibreform geschuldet ist, sondern der ursprünglichen Schreibweise „Margareta“.

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Entschuldigung? Sie haben da Ihr „h“ verloren!
„H“-los ist auch die Margaretenstraße in der Verlängerung des Milchbergs, die an Kirche und Hospital-Stift vorbeiführt, die es aber erst seit gut 100 Jahren gibt. Denn erst 1915 wurde durch den Abriss von Häusern der Durchbruch für den Verkehr geschaffen, der aus der Oberstadt in Richtung des aufblühenden Textilviertels führte. Es dauerte nicht lang, da folgte auch schon die Straßenbahn dieser Route und bekam ihre Haltestelle „St. Margareth“. Weil Schaffner und Passagiere als waschechte Augsburger aber schon früh ihrer Liebe zur herzlichen Verkürzung frönten, wuchsen Generationen mit der forsch-fröhlichen Ansage „Margrett“ auf. Diese Tradition würdigt bis heute der schlichte Haltestellenname „Margaret“, der alle angrenzenden M-Orte zusammenfasst.

Foto: Ulrich Paffenberger

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