Linie 3 – Bitte zur Fahrstunde

Die neue Linie 3 nach Königsbrunn wird bald eröffnet. Doch nicht nur für die Fahrgäste ist die Strecke neu. Auch für die Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer ist sie Neuland.

„Alle aussteigen“ klingt es durch die Straßenbahn bei der Endhaltestelle Inninger Straße (ehemals Haunstetten West P+R). Die zwölf Passagiere, die alle ein orangene Warnweste tragen, begeben sich vor die Türe. Unter ihnen auch eine zierliche blonde Frau. Als alle draußen sind, setzt sich der Trupp in Bewegung. Beim Lichtsignal neben den Schienen wird Halt gemacht. Alle schauen erwartungsvoll in das Gesicht eines Mannes, der ihnen das Kommando zum Ausstieg gegeben hat.

Wir befinden uns mitten in einer ganz besonderen Fahrstunde der Stadtwerke Augsburg (swa). Am 12. Dezember wird die neue Linie 3 nach Königsbrunn eröffnet und die Strecke ist nicht nur für die Fahrgäste neu, sondern auch für die knapp 400 Fahrerinnen und Fahrer. swa Fahrerin Jessica ist eine von ihnen. Auch für sie ist die 4,6 Kilometer lange Strecke nach Königsbrunn Neuland: „Vor der ersten Fahrt auf einer neuen Strecke bin ich schon immer nervös“, verrät sie. „Sobald ich die Strecke aber selbst das erste Mal gefahren bin, legt sich die Anspannung.“

Erst die Theorie, dann die Praxis

Jede Fahrstundengruppe besteht aus etwa zehn Fahrerinnen und Fahrern. Zuerst geht swa Fahrlehrer Robert Kratzsch die Strecke mit allen in der Theorie durch. Da wird beispielsweise besprochen, wo sich Fußgängerüberwege befinden oder welche Weichensignale es auf der Strecke gibt. Im Anschluss geht es für die Fahrschülerinnen und -schüler direkt ins Fahrzeug. Jetzt heißt es, selbst ausprobieren, denn jeder muss ein Stück auf der neuen Strecke fahren. „Wir bewegen hier ein tonnenschweres Fahrzeug. Da müssen wir zu 100 Prozent konzentriert sein und zum einen wissen, wie das Fahrzeug reagiert, zum anderen aber auch die Strecke im Blick haben. Das ist dann bei einer neuen Strecke natürlich etwas Anderes, als bei den Strecken, die wir schon oft gefahren sind“, erklärt Fahrerin Jessica.

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Jeden Tag finden je zwei Schulungen statt, an denen je zehn Fahrerinnen und Fahrer teilnehmen. „Schon seit Jahresbeginn sind wir dabei, die Unterrichtseinheiten vorzubereiten“, erklärt swa Ausbildungsleiter und Fahrlehrer Robert Kratzsch. „Zuerst schauen wir uns die Strecke im theoretischen Teil gemeinsam an. Gibt es beispielsweise Bahnübergänge in der Nähe von Schulen, bei denen besondere Vorsicht geboten ist“, ergänzt er. Außerdem werden Sicherheitsvorkehrungen geklärt, denn weite Teile der Strecke sind eingezäunt. „Das muss bei einer Evakuierung der Fahrgäste beachtet werden“, sagt Kratzsch. Schließlich steht die Sicherheit für Fahrgäste und andere Verkehrsteilnehmer an erster Stelle.

Gefahrenbremsung – bitte alle festhalten!

Unterwegs im Fahrzeug heißt es dann plötzlich: „Alle festhalten“. Das Fahrzeug wird beschleunigt und wird dann abrupt abgebremst. „Das ist eine Gefahrenbremsung“, so Fahrerin Jessica. Auch die will natürlich geübt sein. Denn sollte es zu einer Gefahrensituation auf der Strecke kommen, ist es wichtig, dass das Fahrzeug so schnell wie möglich zum Stillstand kommt.

Nach einem halben Tag Schulung rollt die Straßenbahn mit den Fahrschülerinnen und -schülern wieder in den Straßenbahnbetriebshof der swa ein. Jetzt heißt es noch ein bisschen geduldig sein und dann ist die Linie 3 auch bald für alle auf dem Weg nach Königsbrunn und wieder zurück unterwegs.

Fotos: swa / Annika Heim

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