Fahrplan: immer am Optimum

Sie prüft, ob eine neue Haltestelle wirtschaftlich ist und ob Anschlüsse oder Taktungen verbessert werden können. Sandra Ender ist Leiterin Planung bei den swa – und gibt einen kleinen Einblick in ihren geplanten Alltag.

Wenn Sandra Ender am Jakober Tor auf den Fahrplan schaut, ist sie eine der wenigen, die nicht nur wissen will, wann die nächste Straßenbahn kommt. Sie schaut sich auch die möglichen Anschlüsse an und überlegt vielleicht schon, ob man da nicht noch etwas optimieren könnte. Sandra Ender ist bei den swa Leiterin Planung. Sie und ihr Team, bestehend aus insgesamt acht Leuten, sind diejenigen, die den Fahrplan machen, entscheiden, wann welches Fahrzeug wie fährt und überlegen, ob eine neue Haltstelle oder gar komplette Linie sinnvoll ist, oder eben nicht.

Bei der Planung gilt: bestmöglich einsetzen, was man hat
Sie will das Optimum aus dem Fahr- und Linienplan herausholen. Gar nicht so einfach, wenn man sich diese verzweigten Konstrukte genauer anschaut: Hier kreuzen sich zwei Straßenbahnen, dort kommt noch ein Bus ins Spiel. Und am liebsten wäre ihr natürlich, wenn alle Fahrzeuge so aufeinander warten können, dass jeder Fahrgast seinen Anschluss bekommt. „Leider ist das aber eine unlösbare Aufgabe“, weiß Sandra Ender. Sie muss daher versuchen, aus den Gegebenheiten das Beste zu machen: die Anzahl der Fahrzeuge ist vorgegeben, die Haltestellen in der Regel auch, sie muss Wendezeiten an den Endhaltestellen berücksichtigen und auch die gesetzlich vorgeschrieben Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer. Da gilt es, die Ressourcen so gut wie möglich zu planen – und auch die Wirtschaftlichkeit im Auge zu behalten.

Beim Optimieren gilt: Die Masse macht‘s
Immer da optimieren, wo möglichst viele Fahrgäste profitieren. Das heißt, dass an stark frequentierten Haltestellen eher mal eine Lösung gefunden werden muss, als an den Außenästen, wo nicht so viele betroffen sind. Dennoch muss das Angebot so attraktiv sein, dass der ÖPNV in Augsburg auch rege genutzt wird. Auch hier wieder eine Herausforderung für Sandra Ender.

Bei der Erstellung des Fahrplans orientieren sich Sandra Ender und ihr Team zunächst an den Straßenbahnlinien. Sie bilden die Grundlage der Planung. Dann gehört eine gute Portion Erfahrung dazu und die genaue Kenntnis über die zu fahrenden Strecken: Wo kann es im Feierabendverkehr schonmal eng werden? Welche Wendeschleife lässt sich schnell drehen, welche nicht. Und wo machen vielleicht viele Ampeln dem Bus bei seiner Fahrt einen Strich durch die Pünktlichkeitsstatistik? „Hier bekommen wir auch Feedback von den Fahrern auf der Strecke. Wenn die uns berichten, dass es auf einer Linie immer wieder zu Verspätungen kommt, dann prüfen wir, ob sich hier etwas optimieren lässt, etwa durch den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs“, erklärt Sandra Ender.

Bei Großveranstaltungen gilt: Die Erfahrung hilft
Knifflig wird es, wenn Baustellen anstehen und abseits des offiziellen Fahrplanwechsels im Dezember die Pläne angepasst werden müssen. Dann sind die Fahrzeiten schwer zu kalkulieren. Auch Großveranstaltungen, wie beispielsweise das anstehende Modular-Festival, verlangen einen guten Mix aus Erfahrung und Planung. „Nach dem Festival sollen ja alle wieder schnell und sicher nach Hause kommen – da werden wir schon einige Kapazitäten zur Verfügung stellen müssen“, weiß Sandra Ender. „Deswegen werden wir die Linie 4 verstärkt einsetzen.“

Bei neuen Linien gilt: Jetzt wird aufgeräumt
Besonders spannend wird ihr Job, wenn neue Linien angeboten werden. Denn aktuell geht es hauptsächlich ums Optimieren, denn beim Fahrplanwechsel sollen möglichst viele Fahrgäste ihre gewohnten Zeiten behalten. Bei neuen Linien kann man alles auf null setzen und komplett neu planen. „Das ist dann eine tolle Möglichkeit, auch andere Probleme zu lösen, an die man im Moment vielleicht gar nicht ran kann“, freut sich Sandra Ender. Dass sie es nie allen recht machen wird, liegt in der Natur der Sache. Aber sie tut, was sie kann, um das Optimum für möglichst viele Fahrgäste herauszuholen.

Foto: Bernd Jaufmann

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