Die Stadtmetzg: eine clevere Lösung

Mit dem Wasser des Vorderen Lechs kühlten Augsburgs Metzger einst ihre Waren – und entsorgten Abfälle über den Kanal unter der Metzg.

Elias Holl, der Stadtbaumeister Augsburgs, ließ vor rund 410 Jahr die Stadtmetzg errichten. Dabei hatte er eine doppelte Aufgabe zu lösen: Einerseits brauchte Augsburg einen neuen Schlachthof, um seine Bürger mit frischem Fleisch zu versorgen. Andererseits musste die Ware – wenigstens für kurze Zeit – gekühlt werden.

Eine Lösung mit zwei Vorteilen

Die Lösung dafür: der Vordere Lech. Über diesem wurde das Gebäude nämlich errichtet, und zwar mit einer praktischen Öffnung direkt zum Kanal. Das frische Wasser, das so durch den Keller der Metzg strömte, brachte die nötigen niedrigen Temperaturen also direkt ins Haus. Gleichzeitig diente es auch dem Abtransport der Fleischabfälle, die beim Schlachten anfielen. Umweltschutz war damals eben noch ein Fremdwort.

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Eine Idee, die ihrer Zeit voraus war

Zu dieser Zeit galt die Metzg nicht ohne Grund als modernste Schlachterei Europas. Diese damals intelligente Lösung macht sie auch heute noch zu einem herausragenden Bestandteil des Augsburger Wasserwirtschaftssystems. Sie trägt damit ihren Teil zur Bewerbung Augsburgs um den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes.

Von damals bis heute

Die Schlachter und Metzger sind mittlerweile aus dem Holl-Bau ausgezogen. Die einen fanden ihr Quartier am Proviantbach. Dort erinnert auch heute noch die „Kälberhalle“ an diese Vergangenheit. Die anderen siedelten in den Stadtmarkt um. Hier gibt es nach wie vor Würste, Schinken und natürlich Leberkäs' zu kaufen. In die Metzg sind städtische Behörden eingezogen.

Bild: vmm wirtschaftsverlag / Bernd Jaufmann

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