Die Gaslaternen leuchten

Was heute die LED-Lampe ist, war vor rund 200 Jahren die Gaslaterne. Im Zuge der Industrialisierung erforschten Wissenschaftler im 18. Jahrhundert eine neue Beleuchtungsmethode mit Gas – und das Ergebnis war äußerst erfolgreich.


Die erste öffentliche Gasbeleuchtung überhaupt wird auf den 1. April 1814 in London datiert. Mit der kontinuierlichen Verbesserung der Technik setzte sich diese weltweit durch und löste die altbewährte Öllampe ab. In Augsburg wurde die Einführung der Gasbeleuchtung am 2. August 1845 vom ersten Bürgermeister Carron du Val bestätigt. Zum damaligen Zeitpunkt wurde Augsburg von 655 Öllaternen beleuchtet. 360 von diesen wurden durch Gasleuchten ersetzt. Für die Versorgung der Laternen mit dem sogenannten Stadtgas war die Gasfabrik vor dem Jakobertor, die 1848 fertiggestellt wurde, zuständig.


Mit der Leuchtkraft von 13 Wachskerzen
 
Die Regelung der Gasbeleuchtung in den öffentlichen Straßen richtete sich in Augsburg nach witterungs- sowie monats- und jahreszeitbedingten Richtlinien. Auch die Leuchtkraft der Gaslampen war vertraglich festgelegt: Sie sollte der Helligkeit von 13 Wachskerzen entsprechen. Bis das Entzünden der Leuchten dank technischen Fortschritts automatisch ablief, kümmerte sich allabendlich der städtische Laternenanzünder darum, dass die Straßen in hellem Schein leuchteten.
Die vollständige Umrüstung Augsburgs auf Gasbeleuchtung war im September 1864 abgeschlossen. Insgesamt 631 Gaslaternen sorgten von da ab für die Beleuchtung der Stadt. Mit einigen der bedeutendsten Gaslampenfabriken besaß Augsburg für seine fortschrittliche Ausstattung die besten Voraussetzungen. L.A. Riedinger beispielsweise war einer der größten Namen der Branche.

Die letzten ihrer Art

Als das elektrische Licht die Beleuchtung schließlich erneut revolutionierte, verschwanden auch die Gaslaternen Stück für Stück von der Bildfläche – ähnlich wie heute immer öfters LED-Technik anstelle von Glühbirnen eingesetzt wird. Die Gaslaternen in der Fuggerei sind so die letzten in ganz Augsburg, die über das städtische Erdgasnetz betrieben werden.


Die swa sorgen dafür, dass die Gaslaternen leuchten

Für die Wartung der sechs Gaslaternen in der Fuggerei sind nach wie vor die Stadtwerke Augsburg (swa) zuständig. „Sie kümmern sich um die Versorgung mit Gas sowie die Instandhaltung der historischen Leuchten“, berichtet Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Administrator der Fuggerschen Stiftungen. Die Lampe in der Ochsengasse stammt sogar noch aus der Riedinger Produktion. „Uns liegt es am Herzen, die Gaslaternen in der Fuggerei zu erhalten, denn ihr Licht ist wirklich sehr besonders“, erklärt Sabine Darius, Verwaltungsmitarbeiterin bei den Fuggerschen Stiftungen. „Die Fuggerei nimmt ihre Besucher mit in eine vergangene Zeit. Im Licht der Gaslaternen wirkt die Atmosphäre noch einzigartiger.“
Mit Worten lässt sich der unvergleichliche Schein der Gaslaternen jedoch nur umschreiben. Um in den wahren Genuss des Lichts aus vergangenen Zeiten zu kommen, eignet sich immer noch ein abendlicher Spaziergang durch die älteste Sozialsiedlung der Welt am besten.

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