Das historische Wasserwerk am Hochablass

Das einzigartige Gebäude ist ein zentraler Bestandteil der Bewerbung um das UNESCO-Welterbe. Teil 3 der Serie.

Ein Schloss mitten im Wald? Wer vom Spickel her durch die dichten Baumreihen Richtung Lech wandert, sieht bald die sattgelben Mauern durchblitzen, dann die eleganten Bogenfenster, schließlich das glänzende Dach. Zwei feste Türme flankieren den Bau rechts und links, signalisieren Stärke und Verlässlichkeit.


Seit fast 140 Jahren zuverlässig in Betrieb


Es wohnen allerdings keine Menschen dort. Vielmehr stoßen wir hier auf die Residenz von „König Wasser“. Seit Jahrhunderten trägt das flüssige Element zum Wohlstand und Wachstum der Stadt Augsburg und ihrer Bewohner bei – und an diesem Ort im Stadtwald begegnen wir einem wichtigen Kapitel dieser langen Geschichte. Geschrieben hat es das historische Wasserwerk, nicht weit vom Hochablass entfernt, an dem vor 138 Jahren die Versorgung der Stadt mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser begann.



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MAN-Anlagen gelten als technisches Meisterwerk


In weiser Voraussicht und in kluger Nutzung moderner Technik wurde damals begonnen, an dieser Stelle den Grundwasserstrom im Stadtwald anzuzapfen, sozusagen mittendrin im „Königreich des guten Wassers“. Keine einfache Aufgabe, sondern eine so große Herausforderung an die Ingenieure der Maschinenfabrik Augsburg, deren Anlagen und Kessel bis heute als technische Meisterleistung gelten. Im Vorgriff auf ein Wort, das heute modern ist, das damals aber noch keiner nutzte – „Energieeffizienz“ –, ließen sie die mächtigen Pumpen, die das Wasser in die Leitungen drückten, selbst vom Wasser antreiben: Der vom Lech abgezweigte Neubach lieferte natürliche Energie direkt ins Haus.


Die Stadtwerke Augsburg investieren viel in den Erhalt


Für die swa, die heute dafür die Verantwortung tragen, ist das historische Wasserwerk das sichtbare Zeichen für eine vorausschauende Versorgungspolitik. „Wir haben mit großem Aufwand das Gebäude und seine Anlagen wieder hergerichtet und wir kümmern uns sorgfältig um ihren Erhalt“, sagt Dr.-Ing. Franz Otillinger, bei den swa für die Wasserwirtschaft zuständig. „Wir sehen darin nicht nur die Geschichte und ein wichtiges Element in Augsburgs Bewerbung um das UNESCO-Welterbe“, fügt er hinzu, „als lebendiges Museum vermittelt es seinen Besuchern auch die Bedeutung, die unser Trinkwasser mit seiner ausgesucht hohen Qualität hat.“
Zu den Besuchern zählen im Übrigen nicht nur Einheimische, die die kunstvolle Architektur im Inneren bestaunen. Seit Inbetriebnahme 1879 kommen immer wieder auch Fachleute aus aller Welt hierher, die sich an der fortschrittlichen Wasserwirtschaft „made in Augsburg“ orientieren, um in ihren Städten die Qualität der Versorgung zu verbessern.

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