#AugsburgArtists: Sophie Te

Die #AugsburgArtists übernehmen die Kanäle der swa! Vom 30. August bis 13. September stellt sich die Augsburger Graffiti-Künstlerin und Rapperin Sophie Te auf den Social-Media-Kanälen und der Website der swa vor. In Teil eins des Interviews verrät sie, wer sie ist, wie sie arbeitet und warum sie ihre Kunst am liebsten ohne den "Akt des Konsums" ausübt.

Name: Sophie Te
Kunstform: Graffiti
Genre: Urban Art
Daheim im: Textilviertel und überall sonst in Augsburg, wo es eine Wand zu besprühen gibt

Sophie, stell dich doch bitte kurz vor. Wer bist du, wie alt bist du, woher kommst du?

Yes Yes Ja! Ich bin Sophie Te, Sprüherin, Rapperin, HipHop-Aktivistin. Gestalterin aus Passion in allen Lebensbereichen. Studiert hab ich Kommunikationsdesign, mit den Schwerpunkten Brand-Identity und Text. Daraus gemacht hab ich inzwischen etwas ganz anderes als den normalen "Designerberuf". Ich arbeite selbstständig an diversen Kunst- und Kulturprojekten. Die Abwechslung hält mich flexibel und frisch – mein gefühltes Alter ist Mitte zwanzig, das "reale" sechsunddreißig. Meine Wohnung ist zwischen der Stadtmauer und dem Textilviertel. Mein Atelier ist beim Raumpflegekulturverein e.V. im Provino Club, mitten im Textilviertel.

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Welche Kunstrichtung verfolgst du? Wie lässt sich diese beschreiben?

Puh, schwierige Frage. "Offiziell" zählt Graffiti zur Urban Art. In meiner Wahrnehmung ist die Sprühdose nur eines der Medien, die ich benutze, und ich bin der Meinung, dass es auch möglich ist, ein Graffiti in Lehmboden zu kratzen oder mit Aquarellfarben zu malen. Es kommt auf die Formensprache und einen bestimmten Gestaltungskanon an, der sich in der mit Graffiti beschriebenen Kunstrichtung etabliert hat. Als Künstlerin möchte ich Etabliertes natürlich lieber infrage stellen, als auf einen Thron zu heben. Das was ich mache, hat zwar oft visuell ein durchgängiges Thema, ist aber sicher nicht nur einer Kunstrichtung zuzuordnen. Vielleicht werde ich diese Frage in zehn oder zwanzig Jahren in der Rückschau besser beantworten können.

Wie sieht ein "normaler" Tag in deinem Leben aus?

Mein Tag beginnt meistens so um 10 Uhr. Ich radle zum Provino, springe vielleicht an heißen Tagen in den Bach und hole mir eine Brezel beim Bäcker. Dann geht es los: E-Mails checken, Kostenvoranschläge versenden, Netzwerke erhalten, DJ fürs Wochenende organisieren und Portfolios verschicken. Also ein Haufen Büroarbeit, den ich vormittags erledige. Nach der Mittagspause geht es an die kreativen Sachen. Zu diesem Zweck wird das Lieblings-Mixtape in den Ghettoblaster gelegt und damit zeichne ich mich warm. Nach dem Abendessen kann nochmal was passieren, wenn was Dringendes abgegeben werden muss.

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Was inspiriert dich? Woraus schöpfst du deine Motivation?

Vor der Motivation kommt der Schaffensdrang und der wird ausgelöst von Ideen – die wiederum entstehen durch Assoziationen, Eindrücke, Beobachtungen, Anlässe, Aufgabenstellungen etc., also im Kontakt und Kontext zur Umgebung. Motivation ist für mich der Treibstoff, der mir hilft, lange, schwierige Schaffensprozesse durchzuhalten: Ich will das Werk, das meinen Ideen entsprungen ist, fertig sehen.

Mit welchen Materialien / Untergründen arbeitest du? Wie sehen diese aus?

Die Materialien, die ich für meine Werke benutze, verändern sich immer wieder, manche prägen eine ganze Schaffensepoche, andere werden nur kurz ausprobiert und nicht weiter erkundet. Besonders gefallen mir Materialien und Untergründe, die eine Geschichte erzählen, z.B. eine Betonwand, von der die Fliesen halb abgebrochen sind oder die mal sichtbar bewachsen war. Bereits bemalte Leinwände vom Sperrmüll, abgenutzte Holzplatten und alles, was ohne "den Akt des Konsums" zu mir kommt. Ich würde eine Gesellschaft zur Förderung der kreativen Nutzung von Sperrmüll befürworten und sofort beitreten. Ich finde, wir haben hier das Privileg, dass wir in einem reichen, ausstaffierten Land leben. Deswegen findet man viele tolle Sachen einfach auf der Straße, sodass ich persönlich gar nicht zu Ikea fahren muss. Was andere Leute nicht mehr gebrauchen können, ist für mich gut genug oder sogar die beste Lösung für ein bestimmtes Problem.

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Wo arbeitest du? Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Meine Graffitibilder male ich an legalen Flächen (in Augsburg: Schwabenwände) oder bei Aktionen und Festivals, auf die ich eingeladen werde. Auch auf Reisen gehört es immer dazu, sich nach Flächen umzusehen und im Vorhinein das Künstlernetzwerk vor Ort auszuchecken, um sich dann in der fremden Stadt mit Gleichgesinnten zum Graffitimalen zu treffen. Am liebsten male ich draußen, mal mit Staffelei, mal auf Karton an Drahtzaun geklammert in der Toskana, ein paar Farben oder Stifte hab ich immer dabei und ein Untergrund findet sich. Kleinformatiges und länger geplantes wie Leinwände, Objekte oder Holzplatten bearbeite ich in meinem Atelier.

Im zweiten Teil des Interviews erzählt Sophie, wie sie zum Graffiti-Sprayen kam und stellt ihre Lieblingswerke sowie deren Botschaft vor. Dranbleiben lohnt sich!

Fotos: Caroline Reili

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