Baufortschritt am Hauptbahnhof: Der Tunnel stößt ins Herzstück vor - Unter dem Bahnhofsgebäude geht es in die Tiefe

Auch wenn von außen nichts zu sehen ist: Über und unter der Erde geht es mit dem Straßenbahntunnel der Stadtwerke Augsburg (swa) am Augsburger Hauptbahnhof ordentlich voran – sogar schneller als erwartet. Unter dem historischen Bahnhofsgebäude wird seit August zwischen den schon fertigen Tunnelwänden das Erdreich ausgegraben – 16 Meter wird es dort im kommenden Jahr in die Tiefe gehen. Im Bereich der Personenbahnstiege wird an den Gleisen 5 und 6 bereits die Decke betoniert, über die ab Frühjahr wieder die Züge fahren.

Auf dem neuen Bahnsteig F am Augsburger Hauptbahnhof lässt sich schon erahnen, wie es hier in Zukunft über der Erde aussehen wird. Neu erhöhte Bahnsteige bieten künftig Barrierefreiheit an den Zügen. Die Schächte für die Aufzüge sowie die Treppenaufgänge auf Bahnsteig F sind schon deutlich sichtbar. Der Blick nach unten lohnt sich: Rund acht Meter unter der Erde liefern LKWs derzeit den Beton für die Decke der Bahnsteigunterführung der Gleise 5 und 6 an. „In einer derart heißen Phase arbeiten die Bauarbeiter Tage und Nächte durch, um diesen Abschnitt der Bahnsteigunterführung mit Beton auszugießen“ erklärt Dorothee Schäfer von den swa. Schon Jahre zuvor wurden die Bauarbeiten bei der Deutschen Bahn angemeldet und müssen rechtzeitig fertig werden. „Momentan läuft alles nach Plan, sodass die Gleise 5 und 6 im April wieder in Betrieb gehen können“, so Schäfer. Im Mai rückt der Tunnel dann von Westen ein weiteres Stück Richtung Bahnhofsgebäude vor. Dann ist der nächste Abschnitt mit den Gleisen 3 und 4 an die Reihe.

Tunnelwände auf der Ostseite stehen bereits

Die Tunnelkonstruktion unter dem historischen Bahnhofsgebäude wurde mit dem sogenannten Düsenstrahlverfahren ins Erdreich hineingedüst, ganz ohne den Bereich aufzugraben. Eine rotierende Düse pumpt Beton dabei in extra gebohrte, 16 Meter tiefe Schächte. Dieser Betonkörper ist im Erdreich versenkt und bildet zukünftig die Wände für den Tunnelabschnitt unter dem Gebäude. Von oben sehen Passanten zwar, dass der Bahnhof nach wie vor eine Baustelle ist. Der spektakuläre Teil der Arbeit passiert aber unter der Erde. Momentan wird hier zwischen den schon fertigen Tunnelwänden das Erdreich ausgegraben. Mitte 2020 soll der Tunnelabschnitt unter dem Bahnhofsgebäude dann fertiggestellt sein. Im Jahr 2021 folgt der letzte Akt des Rohbaus: Der Durchbruch der Mauer, die momentan den Bereich zwischen den beiden Tunnelhälften im Westen und Osten stabilisiert.

Ende 2022 ist alles fertig

Der Rohbau wird bereits Ende 2021 abgeschlossen sein, 2022 folgt dann der Innenausbau der Strecke für die Straßenbahnen und die rund 19 Meter breite, unterirdische Straßenbahnhaltestelle sowie den Fußgängertunnel. Gleise, Stromversorgung, Steuerung und Technik werden verbaut, anschließend folgt das Design der Haltestelle nach dem Vorbild des Königsplatzes: Blau beleuchtete Glaswände und heller Stein sowie moderne Technik zur Orientierung von Hör- und Sehbehinderten machen die neue Haltestelle Hauptbahnhof zukünftig aus.

Ende 2022 ist dann eigentlich alles fertig. Was jetzt noch fehlt, sind technische Abnahmen, Probe- und Testfahrten sowie die Schulung und Ausbildung des Personals. Das Steuern einer Straßenbahn durch einen rund 400 Meter langen, unterirdischen Tunnel und die Vorbereitung auf alle denkbaren Situationen wollen schließlich gelernt sein. Und auch die Technik muss auf Herz und Nieren geprüft werden. Im August 2023 werden dann die ersten Straßenbahnen im Regelbetrieb durch den neuen Tunnel fahren und im dichten Fahrplantakt am Augsburger Hauptbahnhof halten.

Wer selbst einmal einen Blick in die unterirdische Baustelle werfen möchte, für den bieten die Stadtwerke Augsburg (swa) bereits Anfang Januar wieder kostenlose Tunnelführungen an.

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Jürgen Fergg
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