Staunen beim Plärrer

Auf dem Plärrer geht ohne Energie gar nichts. Ob Autoscooter oder Bratwurstgrill, Leoparden-Spur oder Eismaschine. Ganz besondere Einblicke hinter die Kulissen des Plärrers gewähren die Schausteller des Volksfestes zwei Mal im Jahr auch einer ganz besonderen Gruppe: den swa KAROkids. Auch beim diesjährigen – leider etwas verschneiten – Frühjahrsplärrer nahmen sich Schausteller rund um Josef Diebold, der von allen „Joe“ gerufen wird, Zeit für 20 Jungs und Mädels, die den Plärrer mal von einer anderen Seite kennenlernen wollten.


Nicht nur, dass die swa KAROkids mal einen Blick hinter eine sonst immer verschlossene Türe des Trafohäuschens mitten auf dem Plärrer-Gelände werfen durften, um zu sehen, wo der viele Strom eigentlich herkommt. Viele Schausteller erzählen die Geschichten ihrer Fahrgeschäfte – und als Krönung dürfen die swa KAROkids dann eine (oder auch zwei) Gratisrunden drehen.


Ein Fahrgeschäft, das ohne Strom ziemlich langweilig wäre, ist der Autoscooter. Nur ein geschlossener Stromkreislauf macht die rasante Fahrt erst möglich: oben an der Decke ist ein Netz, durch das der Strom fließt. Eine Stange am Heck der Fahrzeuge holt sich den Strom oben ab und gibt ihn durch kleine Metallspulen an der Unterseite des Autos wieder ab. So fließt der Strom und die swa KAROkids können ordentlich über den Autoscooter rumsen.


Seit mittlerweile sieben Jahren laden die Schausteller vom Plärrer die swa KAROkids zu sich ein, um ihnen exklusive Einblicke zu geben. „Das ist für die Kinder immer ein ganz besonderer Spaß“, weiß Eva Pabst, die bei den swa für die swa KAROkids verantwortlich ist. Spaß macht es auch Joe Diebold, der die Kinder zu den verschiedenen Stationen der Tour begleitet und alle Fragen geduldig beantwortet. Dem Vorsitzenden des Schwäbischen Schaustellerverbands und seinen Kollegen ist es sogar ein ganz besonderes Anliegen. Denn Kinder wollen Dinge sehen und anfassen, um sie zu begreifen – und diese Möglichkeit bekommen sie gerne. Auch wollen die Schausteller vermitteln, was alles hinter den bunten Lichtern und dem Spaß steckt: Menschen, die viel Arbeiten, damit andere eine schöne Zeit verbringen können. Auch das Winterwetter, das die ersten Tage des diesjährigen Frühjahrsplärrers bestimmte, ist am swa KAROkids-Plärrertag zweitrangig. „Zwar schneit es um uns herum, aber wir Schausteller haben die Sonne im Herzen“, sagt Diebold.

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Dass das stimmt, zeigt der Besuch bei Michael Haindel, dem Chef der Leoparden-Spur, der trotz des schlechten Wetters strahlt. Vor mehr als 40 Jahren hat Haindel die Leoparden-Spur – damals für 450.000 DM, rund 230.000 Euro – gekauft. Und weil er das Fahrgeschäft, das mit 62 km/h Spitzengeschwindigkeit das schnellste auf dem Plärrer ist, liebevoll „pflegt und streichelt“, sieht es auch heute noch aus, wie neu. 100 bis 200 Fahrten am Tag machen es auch notwendig, das immer alles tip top gewartet wird. Schrauben nachziehen und Lämpchen auswechseln inklusive.


Ähnlich lange wie die Leoparden-Spur ist auch schon die Schießbude der Familie Kaiser auf dem Plärrer zu finden. Und weil bei einem „normalen“ Plärrerbesuch nur selten die Zeit bleibt, mal in Ruhe auszuprobieren, wie das mit „Kimme und Korn“ eigentlich genau funktioniert, dürfen die swa KAROkids heute mal aufs Blech schießen. Danke der geduldigen Einweisung und den Profitipps der Familie Kaiser klappt das bei fast allen ziemlich gut – und einen Lutscher hat sowieso jedes KAROkid abgeräumt.


Der Schnee und das kalte Wetter trübten zwar die Stimmung bei den Schaustellern und den swa KAROkids nicht– verhinderte aber so manche Exklusivfahrt, weil es einfach zu rutschig und eisig gewesen wäre. Kurzerhand haben die Schausteller für die swa KAROkids Freikarten ausgepackt, damit sie die Fahrt im Kettenkarussell und den Sprung auf den Trampolinen von Beach Jumping bei schönerem Wetter nachholen konnten. Die Schausteller scheinen nicht nur die Sonne im Herzen zu haben, sondern auch eines für die swa KAROkids.

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