Straßenbahnen am Königsplatz

Die klügste Tram der Stadt

Wissenschaft fährt mit: Das Projekt AirTrack Tram macht Augsburg zum Vorreiter in der mobilen Luftmessung.

Eine der Straßenbahnen, die durch Augsburg fahren, befördert nicht nur Fahrgäste, sondern auch wertvolle Daten. Gemeinsam mit der Universität Augsburg und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) machten die Stadtwerke Augsburg ein Fahrzeug zur mobilen Messstation. Das Projekt heißt AirTrack Tram und ist deutschlandweit etwas Besonderes. 

Fahrende Messstation

Auf dem Dach der Straßenbahn ist ein Gerät mit Sensoren installiert. Sie messen kontinuierlich Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxid und Feinstaub sowie Temperatur oder Luftdruck. Der Unterschied zu festen Messstationen liegt auf der Hand: Die Straßenbahn fährt von morgens bis abends auf wechselnden Linien und damit durch ganz unterschiedliche Viertel. Mit nur einem Sensor lässt sich so nahezu das gesamte Stadtgebiet erfassen. „Die Möglichkeit, Daten direkt auf einer Straßenbahn zu messen, ist aus wissenschaftlicher Sicht wie Kuchen mit Schlagsahne“, sagt Prof. Dr. Michael Bittner von der Universität Augsburg.

AirTrack Tram
AirTrack Tram

Der innovative Ansatz liegt in der Kombination. Satelliten liefern schon heute großräumige Daten, können aber die Luftwerte direkt am Boden nur begrenzt ermitteln. Die AirTrack Tram ergänzt diese Messungen. „Die Kombination aus mobilen Messungen und Satellitendaten eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Stadtklimatologie und Umweltforschung“, betont Lara Olbing, wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Besonders im Hinblick auf Hitzebelastung und Luftschadstoffe liefert AirTrack Erkenntnisse, die bisher so nicht verfügbar waren“, ergänzt Marie Schweigard, die ebenfalls als wissenschaftliche Mitarbeiterin an dem Projekt beteiligt ist. 

Ein Projekt für mehr Lebensqualität 

Die gewonnenen Daten helfen der Forschung. Die Ergebnisse können in der Stadtplanung genutzt werden, helfen dabei, Verkehrsströme besser zu lenken, und liefern wichtige Informationen für Umwelt- und Gesundheitsbehörden. „Alles in allem trägt das Projekt damit zu einer Verbesserung der Lebensqualität in Augsburg bei“, sagt Klaus Röder, Bereichsleiter Fahrzeuge bei den swa. Augsburg übernimmt damit eine Vorreiterrolle. Sollte sich das System bewähren, könnten weitere Fahrzeuge ausgerüstet werden.

Fotos:Stadtwerke Augsburg


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