
Bürgerinfoveranstaltung in Kriegshaber zur Stammleitung 8
Eine Leitung von Ost nach West, die die Wärmewende in Augsburg weiter vorantreibt: die Stammleitung 8. Vom Nordosten der Stadt über Oberhausen und den Bärenkeller bis nach Neusäß planen die Stadtwerke Augsburg (swa) eine Transportleitung für die Fernwärme. Auf einer 15 Kilometer langen Strecke und mit einem Rohrdurchmesser von bis zu 500 mm ermöglicht sie eine Wärmeleistung von 90 Megawatt.
Bürgerinfoveranstaltung in Kriegshaber zur Stammleitung 8
Bei einer Bürgerinfoveranstaltung am Montag, 9. November in Kriegshaber informieren die swa über das Bauvorhaben und die nächsten Schritte zum Projekt „Stammleitung 8“. Zudem wird auch der Ausbau der Fernwärme in Augsburg, deren Dekarbonisierung und die dafür erforderlichen Maßnahmen thematisiert. Die Bürgerinfo-Veranstaltung in Kriegshaber findet am Montag, 9. November, ab 18:00 Uhr, im Westhouse, Alfred-Nobel-Straße 5-7, 86156 Augsburg statt.
Ost-West Transportleitung im Augsburger Norden
Über die neue Transportleitung soll nicht nur die Wärme aus der Augsburger Abfallverwertungsanlage oder dem Biomasseheizkraftwerk der swa fließen. Die Stammleitung ist bewusst so ausgelegt, dass künftig weitere Wärmequellen angeschlossen werden können. Die neue Leitung schafft dafür die notwendige Infrastruktur. Damit die Wärme ihr Ziel erreicht, braucht es zwei Leitungen: einen Vorlauf für das heiße Wasser und einen Rücklauf für das abgekühlte Wasser. Insgesamt benötigen die Rohre einen Graben von nahezu drei Metern Breite. Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen des Projekts. Unter Augsburgs Straßen verlaufen bereits zahlreiche Leitungen für Wasser, Gas, Strom und Abwasser. Für die Planung bedeutet das Millimeterarbeit und eine enge Abstimmung mit vielen Beteiligten.

Eine zentrale Rolle bei der Wärmewende
Die Stammleitung 8 ist Teil einer langfristigen Strategie. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben und des kommunalen Wärmeplans, wollen die swa die Erzeugung der Fernwärme bis 2045 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien und Abwärme umstellen und damit bis zu 31 Prozent des Augsburger Wärmebedarfs decken. Schon heute umfasst das Augsburger Fernwärmenetz mehr als 230 Kilometer. Allein im Jahr 2026 kamen über zehn Kilometer neuer Leitungen hinzu. Aktuell versorgen die swa ihre Kundinnen und Kunden mit bis zu 553 Gigawattstunden Wärme pro Jahr. Bis 2040 soll dieser Wert auf rund 912 Gigawattstunden steigen.
Trotz des umfangreichen Ausbaus wird Fernwärme nicht überall verfügbar sein. Insbesondere in Gebieten mit vielen Einfamilienhäusern sind andere Heiztechnologien wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen oftmals wirtschaftlicher und technisch sinnvoller. Auch entlang der Stammleitung 8 selbst sind keine direkten Hausanschlüsse vorgesehen. Die Leitung dient ausschließlich dem Transport großer Wärmemengen. Für einzelne Gebäude wären zusätzliche Verteilnetze erforderlich, deren Bau mit erheblichem Aufwand verbunden wäre und nicht wirtschaftlich ist.
Seit über 70 Jahren ein Stück Augsburg
Die Geschichte der Fernwärme in Augsburg begann bereits vor mehr als sieben Jahrzehnten mit dem Anschluss der Kreissparkasse am Martin-Luther-Platz. Seitdem ist das Netz kontinuierlich gewachsen. Heute versorgt es große Teile der Innenstadt, Krankenhäuser, Industrieunternehmen sowie zahlreiche Wohnquartiere. Mit der Stammleitung 8 schreiben die swa diese Geschichte weiter. Denn damit die Wärmewende gelingt, braucht es nicht nur neue Energiequellen, sondern auch die Verbindungen, die diese Energie dorthin bringen, wo die Menschen sie brauchen.
