
10 Jahre swa*lly – die Geschichte hinter dem kleinen, blauen Roboter
2015 fing alles mit einer Frage an: „Wie kann den Fahrgästen am Königsplatz auf charmante Weise vermitteln kann, dass es ein Nichtraucherbereich ist – ohne erhobenen Zeigefinger? Heute feiert der kleine, blaue Roboter bereits seinen 10 Geburtstag und hat dabei schon so einiges erlebt.
swa*llys Geburtstagsfeier
Aufgepasst: Die Stadtwerke Augsburg (swa) feiern am 19. Mai 2026 swa*llys Geburtstag am Königsplatz. Alle Augsburgerinnen und Augsburger sind herzlich eingeladen von 12 bis 14 Uhr mit einem Stück Geburtstagskuchen mit swa*lly zu feiern. Natürlich steht auch der Roboter exklusiv für ein Foto bereit.
Gemeinsam mit seinen beiden Kolleginnen Dorothee Schäfer und Sabine Kucher entwickelte Thomas Hosemann, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei den swa, vor über zehn Jahren den swa*lly. „Vielleicht können wir einen Roboter machen, also ein Medium, das die Botschaft mitteilt, ohne direkt in die Konfrontation zu gehen“, erinnert er sich heute. Erste Recherchen führten ihn in einen Modellbauladen, doch dort gab es nichts Passendes. Über ein paar Umwege stieß das Team schließlich auf das Open Lab Augsburg, wo sich technikbegeisterte Köpfe zusammenfinden, um gemeinsam Projekte umzusetzen. Dort wurde der Auftrag, ein solches Modell zu entwickeln, angenommen und schließlich der erste swa*lly gebaut.
Der erste Roboter war sehr innovativ, er hatte zum Beispiel eine WLAN‑Steuerung und konnte ganz einfach mit dem Handy gesteuert werden. Und auch die Besucher am Königsplatz waren begeistert: „Die Leute haben alle sehr positiv auf ihn reagiert, das hat uns natürlich sehr gefreut.“
Ein Internet-Hit mit bundesweiter Aufmerksamkeit
Am 19. Mai 2016 war es schließlich so weit: swa*lly stand zum ersten Mal am Königsplatz, um seinem Auftrag nachzugehen - Mit einer kleinen Tafel in der Hand, auf der stand: „Der Kö ist Nichtraucher – Bitte nicht rauchen“. Seinen Arbeitstitel „swa-Bot“ sollte er nicht behalten, weshalb kurz darauf die Namenssuche startete. Über Social Media wurden kurze Filme gepostet – und die Aktion ging viral. Schnell war der neue Name „swa*lly“ gefunden.
„Das Video hat sehr große Wellen geschlagen, als die Presse darauf eingestiegen ist, und schließlich Medien aus ganz Deutschland bei uns angefragt haben. swa*lly wurde dann bundesweit bekannt als der Roboter mit der Botschaft, nicht zu rauchen.“ Sogar ungewöhnliche Anfragen kamen herein: Ein Berliner Hotel wollte ihn ausleihen, um ein ähnliches Problem zu lösen, was die swa jedoch ablehnten. Fortan kehrte er immer wieder zum Kö zurück und wies – weiterhin freundlich und augenzwinkernd – auf das Rauchverbot hin. Doch der erste Prototyp war störanfällig. „swa*lly 1.0 hatte leider nur eine geringe Haltbarkeit, weshalb er sehr anfällig für Weh‑Wehchen war und nur gezielt eingesetzt wurde“, erklärt Hosemann.
Ein neuer Auftrag – und der Weg ins Museum
Mit Beginn der Corona-Pandemie 2020 erhielt swa*lly eine neue Aufgabe. Bisher wies er auf das Rauchverbot hin, doch nun bekam er eine Maske aufgesetzt und kommunizierte die Maskenplichtim ÖPNV – swa*lly war sozusagen im Auftrag der Hygiene unterwegs. Ein Foto des Augsburger Fotografen Daniel Biskup, der den Pandemie-Alltag dokumentierte, machte schließlich das Haus der Geschichte in Bonn auf den kleinen Roboter aufmerksam. Dort wird eine große Sammlung zur Corona-Pandemie mit mehr als 1.000 Objekten entstehen – und auch swa*lly sollte Teil davon werden.
„Daraufhin haben wir beschlossen, swa*lly 2.0 zu bauen, der haltbarer, stabil und etwas größer ist, und den ersten swa*lly an das Haus der Geschichte zu übergeben.“ Mit einem Carsharing-Auto und swa*lly auf dem Rücksitz ging es nach Bonn. Am 29. Oktober 2021 wurde der Roboter ganz offiziell im Rahmen eines Pressetermins an das Haus der Geschichte übergeben.
Währenddessen entstand in Augsburg swa*lly 2.0 – komplett in Eigenproduktion bei den swa. Rudi Sandtner aus der swa‑Schreinerei übernahm das neue Gehäuse, das etwas größer sein sollte. Raphael Kröhn, KFZ‑Mechaniker und hobbymäßig Roboterbauer, entwickelte das Innenleben. Da die Maße des ersten Modells übernommen werden konnten, dauerte der Bau dieses Mal nur wenige Wochen.
Zurück am Kö – und bereit für die Zukunft
Nach der Pandemie begrüßte swa*lly 2.0 die Fahrgäste zunächst mit einem Schild „Schön dich wieder zu sehen“. Heute ist er wieder mit seiner ursprünglichen Botschaft im Einsatz. Für seinen großen Geburtstag wurde swa*lly jetzt noch einmal aufgehübscht und noch etwas fitter gemacht. „Die Kette wurde nachgebessert und Energieversorgung wurde verbessert“, sagt Hosemann zum aktuellen Ausbau.
Wenn der Roboter nicht im Einsatz ist, wohnt er in den Büros der swa am Hohen Weg. Er bleibt vielseitig einsetzbar: „swa*lly kann für jede Botschaft, die wir mitteilen wollen, eingesetzt werden. Er wird weiterhin für das Nicht‑Rauchen unterwegs sein, aber perspektivisch auch für andere Themen.“ Doch eines wird sich vermutlich nicht ändern: swa*lly ist nach wie vor ein sehr beliebtes Fotomotiv und sorgt immer dafür, dass die Handys gleich gezückt werden.






