Nitrat? Nix gibt’s!

Die swa setzen sich für hochwertiges Trinkwasser in Augsburg ein. Ein wichtiger Punkt: das „Augsburger Modell“. Damit werden unter anderem hohe Nitratwerte vermieden. Das geht nur mithilfe lokaler Landwirte.

Unmengen an Düngemitteln und Gülle landen jedes Jahr auf den Feldern. Die Folge: In vielen Städten und Gemeinden steigt der Nitratwert im Grundwasser auf ein bedenkliches Maß. Viele Versorger befürchten, ihr Trinkwasser mit aufwendigen Aufbereitungsverfahren vom Nitrat befreien zu müssen. „Sicherlich gibt es einen Zusammenhang zwischen schlechtem Düngen und zu viel Nitrat im Grundwasser. Aber ohne Nitrat könnten die Pflanzen auf den Feldern nicht wachsen, da es als Stickstoffquelle aufgenommen wird“, weiß Andreas Brem, Landwirt in vierter Generation. Er betont aber auch: „Natürlich ist es wie überall: Die Dosis macht's! Wenn ich zu viel Salz oder Mohn esse, dann ist das auch schädlich für meinen Körper.“

Vom Grenzwert weit entfernt
Der EU-weite Grenzwert für Nitrat liegt bei 50 Milligramm pro einem Liter Trinkwasser. Davon ist man in Augsburg mit etwa zehn Milligramm weit entfernt. Ein Erfolg eines landwirtschaftlichen Sanierungsprogramms, das die swa bereits 1990 entwickelt haben. „Teil dieses Projektes war zuerst einmal der Aufkauf landwirtschaftlich genutzter Flächen. Diese werden wiederum an Landwirte verpachtet, in der Regel als Grünland ohne Düngung und Pflanzenschutzmitteleinsatz“, erklärt Eva Sailer, bei den swa für Wasserwirtschaft und -qualität zuständig.

Augsburger Modell für bestes Trinkwasser
Dazu kam das Beratungs- und Vereinbarungskonzept, besser bekannt als „Augsburger Modell“. Landwirt Andreas Brem war einer der ersten Kooperationspartner. Teil der Vereinbarung ist es, dass die Landwirte bestimmte Düngemitteleinschränkungen einhalten und nur noch spezielle Pflanzenschutzmittel verwenden. Diese richten sich auch nach der Wasserschutzzone, in der das jeweilige Feld liegt.

Ob das erfolgreich war, zeigt sich am Ende der Vegetationsperiode, wenn die Pflanzen nicht mehr aktiv wachsen oder abgeerntet wurden. Dann werden Bodenproben entnommen und auf ihren Nitratgehalt getestet. Diese Kontrolle entscheidet über die Höhe der Vergütung. Denn zusätzlich zu einem festen Betrag, den die Landwirte für ihre Beteiligung erhalten, gibt es eine sogenannte Nitratprämie. Kurz gesagt: Je niedriger der Nitratgehalt, desto höher die Zahlung.

Übergabe an die nächste Generation
Andreas Brem bereitete zwischenzeitlich den nächsten Generationswechsel vor: Sein Sohn Benedikt übernimmt seit 2015 den elterlichen Hof und ist schon jetzt tief in das „Augsburger Modell“ eingestiegen. Brems Felder befinden sich direkt im Kern des Wasserschutzgebietes, hinter dem Klinikum Augsburg Süd in Haunstetten.

Deshalb müssen sehr hohe Einschränkungen bei der Bewirtschaftung eingehalten werden: „Gewöhnlich pflanzen wir hier Getreide an. Da wir aber beispielsweise gegen Unkraut nichts spritzen dürfen, kommt für etwa drei bis fünf Jahre Kleegras auf die Felder. Das bindet den Stickstoff aus der Luft, was gut für den Boden ist, und fördert die Unkrautunterdrückung“, erklärt Benedikt Brem. Deshalb wird Kleegras zur Vorbereitung für Nachfolgekulturen hergenommen. Das Kleegras selbst geht in eine Biogasanlage und ersetzt dort Silomais, was das Augsburger Trinkwasser ebenfalls schont.

Diese Zusammenarbeit von Landwirten und swa ist ein echtes Augsburger Erfolgsmodell. Dank des niedrigen Nitratgehalts ist das Augsburger Wasser sogar für die Zubereitung von Babynahrung geeignet.

Haben Sie Fragen?
Sie möchten sich über das Augsburger Trinkwasser oder das Augsburger Modell informieren? Dann wenden Sie sich bitte an Eva Sailer unter Tel.: 0821 6500-8715 oder per E-Mail: eva.sailer(at)sw-augsburg.de.

Das Augsburger Trinkwasser gilt als eines der besten Europas. Es muss nicht aufbereitet werden, bevor es aus den Hähnen fließt. Dass hier neben niedrigen Nitratwerten beispielsweise auch keine Spuren von Glyphosat oder Medikamentenrückständen zu finden sind, ist nicht selbstverständlich. Weitere Informationen dazu gibt es im swa Webmagazin.

Bild: vmm wirtschaftsverlag / Bernd Jaufmann

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