FAQs zum Thema Fernwärme

Allgemeine Fragen

Die Fernwärme wird in Augsburg zu rund 75 % mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Das bedeutet, dass Wärme und Strom gemeinsam und dadurch sehr effizient beispielsweise durch Holzhackschnitzel erzeugt werden. Insgesamt gibt es fünf Standorte für die Fernwärmeerzeugung in Augsburg. Zusätzlich wird die Abwärme der Abfallverwertungsanlage im Augsburger Norden genutzt.

Wir fokussieren uns auf den Ausbau des Augsburger Fernwärmenetzes, das bisher 176 km ausmacht. Wenn in einem Gebiet Fernwärmeversorgung vorhanden ist oder diese neu ausgebaut wird, werden ältere Gasleitungen zurückgebaut.

In Neubaugebieten geht der Trend zu Wärmepumpen oder dezentralen intelligenten Lösungen, zum Beispiel mit Wasserstoff. Dort werden aus wirtschaftlichen Gründen weder Fernwärme noch Gasnetze ausgebaut.

Durch den Ausbau und den damit verbundenen Umstieg von Öl und Gas auf Fernwärme als Energieträger leisten die swa einen wesentlichen Beitrag zur Wärmewende und damit zum Klimaschutz. Neben dem Ausbau der Fernwärme machen die swa ihr Gasnetz fit für die Einspeisung von Biogas und Wasserstoff.

Für eine umweltschonende, versorgungsichere, komfortable und platzsparende Wärme- und Warmwasserversorgung ist die Fernwärme die ideale Lösung. Mit der Entscheidung für die Fernwärme entfallen die Brennstoffbeschaffung und -lagerhaltung. Da die Verbrennung nicht im eigenen Keller stattfindet, sind keine Wartungsarbeiten von Heizkesseln nötig. Zudem entstehen keine Abgase, sodass es nicht notwendig ist, einen Schornstein zu errichten. Durch die laufende Dekarbonisierung wird die Fernwärme zudem jedes Jahr nachhaltiger.

Wenn eine Liegenschaft in einem mit Fernwärme erschlossenem Gebiet liegt, ist ein unkomplizierter Umstieg von einem herkömmlichen Heizsystem (z.B. mit Öl) auf Fernwärme möglich. Nötig sind Erdarbeiten, um eine Hausanschlussleitung von der Hauptleitung im Straßenraum in das Gebäude zu verlegen. Dafür sind in der Kellerwand zwei Kernbohrungen nötig. Neu installierte Rohre verbinden bestehende Leitungen in der inneren Kellerwand mit der Fernwärme-Übergabestation. Bestehende Heizkessel, beispielsweise für eine Öl-Heizung, können ganz einfach gegen eine Fernwärme-Übergabestation ausgetauscht werden.

Die Gesamtdauer ist abhängig vom Umfang der Arbeiten.

Im Fernwärmenetz wird Heizwasser zwischen 60°C und 130°C transportiert. In dem Wärmetauscher Ihrer Übergabestation kommt dieses Heizwasser an und wird mit 40°C-110°C in Ihre Wohnung oder Ihr Haus geleitet, sodass es mit 40°C-80°C in Ihrer Heizung ankommt. Die hohe Marge liegt an den unterschiedlichen Arten von Heizungen (Heizkörper oder Fußbodenheizung), ihrem Sanierungsstand, dem Haustyp (Einfamilien-, Reihen-, Mehrfamilienhaus) sowie der Jahreszeit (und damit der Außentemperatur).

Durch den Netzdruck von vier bis sieben bar bleibt dabei das Wasser auch über 100°C flüssig.

Sie bekommen Heizwasser mit bis zu 130 °C zur Raumheizung und Brauchwasserbereitung geliefert.

Fernwärme hat durch den Einsatz verschiedener Energieträger eine hohe Versorgungssicherheit und kann zudem aufgrund der gut ausgebauten und überwachten Wärmenetze die Versorgung auch in sehr langen, kalten Wintern gewährleisten. Auch Störungen oder Unregelmäßigkeiten werden früh erkannt und sofort behoben, sodass es zu keinen Ausfällen kommt.

Das Fernwärmenetz ist das ganze Jahr über in Betrieb.

Innerhalb der Vertragszeit ändert sich die Versorgungssituation nicht:

„Ist der Kunde Eigentümer der mit Wärme zu versorgenden Räume, so ist er bei der Veräußerung verpflichtet, das Fernwärmeversorgungsunternehmen unverzüglich zu unterrichten. Erfolgt die Veräußerung während der ausdrücklich vereinbarten Vertragsdauer, so ist der Kunde verpflichtet, dem Erwerber den Eintritt in den Versorgungsvertrag aufzuerlegen. Entsprechendes gilt, wenn der Kunde Erbbauberechtigter, Nießbraucher oder Inhaber ähnlicher Rechte ist.“ (AVB §32 Abs.4)

Die Fernwärme-Hauptleitungen werden zwischen 80 und 120 Zentimeter unter der Erdoberfläche verlegt und sind sehr gut gedämmt. Die Wärmeabstrahlung ist vernachlässigbar klein; das Wurzelwerk von Pflanzen und Bäumen kann also keinerlei Schaden nehmen.

Wärmepreisdeckel

Kurz gesagt: Ab 1. März 2023 wird der Wärmepreis von privaten Haushalten, kleinen und mittleren Unternehmen auf 9,5 Cent pro Kilowattstunde für bis zu 80 % der Jahresverbrauchsprognose gedeckelt.

Momentan sind die konkreten Umsetzungsmodalitäten in Klärung. Sobald wir mehr zur Umsetzung des geplanten Wärmepreisdeckels mitteilen können, informieren wir Sie auf dieser Seite. Bitte sehen Sie deshalb von Anfragen per E-Mail oder Telefon an unser Kundencenter ab.

Das steckt dahinter: Das Erdgas-Wärme-Preisbremse-Gesetz (EWPBG), auch Wärmepreisbremse, ist neben dem Strompreisbremsegesetz (StromPBG) eine weitere Entlastung durch die Bundesregierung. Das Gesetz trat im Wesentlichen am 24. Dezember 2022 in Kraft und soll voraussichtlich ab 01. März 2023 bis 30. April 2024 gelten.

Der Wärmepreis für private Verbraucher*innen sowie kleine und mittlere Unternehmen mit einem Wärmeverbrauch unter 1,5 Mio. kWh wird im Jahr auf 9,5 Cent brutto pro Kilowattstunde begrenzt, also inklusive aller Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte. Dieser Preis gilt für eine Verbrauchsmenge von bis zu 80 % der auf September 2022 basierenden Jahresverbrauchsprognose, das heißt vereinfacht für den bisherigen Jahresverbrauch.

Wer mehr als 80 % der bisherigen Energie verbraucht, zahlt für jede zusätzliche Kilowattstunde den vollen aktuellen Vertragspreis. Dieser bleibt von den Preisbremsen unberührt. Damit möchte die Bundesregierung Anreize zum Energiesparen setzen.

Im März erhalten Verbraucher*innen die rückwirkenden Entlastungsbeträge für die Monate Januar und Februar 2023 auf Basis der ermittelten Entlastung für März 2023.

Weitere Infos finden Sie auch auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (externe Verlinkung)

Aktuell müssen Sie nichts tun. Sobald wir mehr zur Umsetzung der geplanten Wärmepreisbremse wissen, informieren wir Sie auf dieser Seite.

Wir haben Ihnen die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Oktober 2022 direkt in den Rechnungen weitergegeben.

Die Abschläge ab Januar 2023 werden mit 7 % Umsatzsteuer berechnet. Zum 1. Oktober 2022 wurde die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) auf Gas von 19 auf 7 % gesenkt, um Bürger*innen zu entlasten. Diese Entlastung gilt voraussichtlich bis Ende März 2024.

 

CO2-Kosten nach Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG)

Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS) wurde 2005 zur Umsetzung des internationalen Klimaschutzabkommens von Kyoto eingeführt und ist das zentrale europäische Klimaschutzinstrument. EU-ETS funktioniert nach dem Prinzip des sogenannten „Cap & Trade“. Eine Obergrenze (Cap) legt fest, wie viele Treibhausgas-Emissionen von den emissionshandelspflichtigen Anlagen insgesamt ausgestoßen werden dürfen. Die Mitgliedstaaten geben eine entsprechende Menge an Emissionsberechtigungen an die Anlagen aus – teilweise kostenlos, teilweise über Versteigerungen. Eine Berechtigung erlaubt den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid-Äquivalent (CO2-Äq). Die Emissionsberechtigungen können auf dem Markt frei gehandelt werden (Trade). Hierdurch bildet sich ein Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen. Dieser Preis setzt Anreize bei den beteiligten Unternehmen, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren.

Bisher konnten Vermieter*innen von Wohngebäuden die CO2-Kosten aus der Versorgung von Wohnungen mit Wärme vollständig an ihre Mieter*innen weitergeben. Damit setzte der CO2-Preis ausschließlich Anreize für sparsames Heizverhalten der Mieter*innen, nicht aber für Sanierungsmaßnahmen des Vermieter*innen. Auch wenn energiesparendes Verbrauchsverhalten wichtig ist: Um CO2-Emissionen zu mindern, ist die Wirkung von energetischen Maßnahmen – wie etwa das Dämmen oder der Einbau von energetischen Fenstern – höher. Diese Maßnahmen können aber nur von Vermieter*innen veranlasst werden.

Zweck des Gesetzes ist es daher, die CO2-Kosten von Wohngebäuden zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen aufzuteilen, um die Vermieter*innen zu Sanierungsmaßnahmen zu motivieren. Das Gesetz ist seit 1. Januar 2023 in Kraft.

Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) gilt für Gebäude, in denen Brennstoffe für die Wärmeerzeugung eingesetzt werden, die dem BEHG und damit der CO2-Bepreisung unterliegen. Dazu zählen Heizöl, Gas, Flüssiggas, Benzin und Diesel.

Das CO2KostAufG gilt außerdem für Wärmelieferungen (Fernwärme), wenn sie (anteilig) aus Anlagen im Anwendungsbereich des Europäischen Emissionshandels stammt. Das trifft für die Augsburger Fernwärme zu. Sollten Gebäude erstmalig zum 1. Januar 2023 an die Fernwärmeversorgung angeschlossen werden, sind sie ausgenommen. Das soll Fehlanreize für den vorgesehenen Ausbau der Fernwärmeversorgung vermeiden

 

Bei der Aufteilung der Kosten kommt ein Stufenmodell zum Einsatz. Je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes ist, desto höher ist der Anteil der Vermieter*innen an den Kosten: Bei Wohnungen mit einer besonders schlechten Energiebilanz (>=52 kg CO2/m2/Jahr) müssen die Vermieter*innen demnach 90 Prozent und die Mieter*innen zehn Prozent der CO2-Kosten übernehmen. Damit werden Mieter*innen von schlecht gedämmten Gebäuden entlastet und Vermieter*innen erhalten einen stärkeren Anreiz, energetisch zu sanieren. Ist das Gebäude emissionsarm, verringert sich der Anteil der Vermieter*innen (bis zu Null bei weniger als CO2/m2/Jahr) und der Anteil der Mieter*innen erhöht sich.

Diese 10 Stufen sollen für die Berechnung der Aufteilung gelten:

Gebäude-Energiebilanz in kg CO2/m2/a

Kostenaufteilung in %

Mieter

Vermieter

>=52

90

10

47 bis <52

80

20

42 bis <47

70

30

37 bis <42

60

40

32 bis <37

50

50

27 bis <32

60

40

22 bis <27

70

30

17 bis <22

80

20

12 bis<17

90

10

Standard Effizienzhaus 55

0

0

Hier sind die Vermieter*innen in der Pflicht; sie haben ab jetzt die Gebäudeeffizienz und die Kosten im Zuge der jährlichen Heizkostenabrechnung (in Kilogramm Kohlendioxid pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr) zu berechnen. Wird eine Einzelwohnung mit Wärme und Warmwasser versorgt, ermitteln sie den Kohlendioxidausstoß pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Bei Gebäuden mit mehreren Wohnungen ist die Gesamtwohnfläche maßgeblich.

Laut dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz soll die Bundesregierung ab 1. Juni 2023 eine „elektronische Anwendung zur Berechnung und Aufteilung der Kohlendioxidkosten“ für Vermieter*innen und für solche Mieter*innen bereitstellen, die sich selbst mit Wärme oder mit Wärme und Warmwasser versorgen.

Aktuell sind noch diverse offene Punkte für die Umsetzung zu klären. Sobald sie geklärt sind, können die swa an die Umsetzung gehen. Das wird voraussichtlich ab April 2023 der Fall sein.

In diesem Fall teilen die Vermieter*innen die Kosten über die Heizkostenabrechnung auf.

Beziehen Mieter*innen selbst seine Energie vom Versorger, hat er ebenfalls Anrecht auf Erstattung der anteiligen CO2-Kosten und muss die Erstattung spätestens 12 Monate nach Erhalt der Energierechnung bei seinen Vermieter*innen geltend machen.

In Fällen, in denen Vermieter*innen etwa wegen des Denkmalschutzes nicht oder nur begrenzt sanieren können, sieht das Gesetz eine Kürzung des prozentualen Anteils, den Vermieter*innen zu tragen hätten, um die Hälfte vor.

Wenn öffentlich-rechtliche Vorgaben weder eine energetische Verbesserung des Gebäudes noch eine Verbesserung der Wärme- und Wasserversorgung zulassen, werden die CO2-Kosten nicht aufgeteilt. Vermieter*innen müssen dann den Mieter*innen nachweisen, dass diese Beschränkungen bestehen.

Dezember-Soforthilfe

Gesetz über die Feststellung des Wirtschaftsplans des ERP Sondervermögens für das Jahr 2023 und über eine Soforthilfe für Letztverbraucher von leitungsgebundenem Erdgas und Kunden von Wärme.

Darin enthalten Artikel 3 Gesetz über eine Soforthilfe für Letztverbraucher*innen von leitungsgebundenem Erdgas und Kund*innen von Wärme (Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz – EWSG).

  • Einmaliger Entlastungsbetrag
  • Bemessungsgrundlagen zum Stichtag 1. Dezember 2022

Für die Fernwärme ist das Verfahren bei den swa folgendermaßen:

  1. Wir stellen Ihnen im Dezember regulär eine Rechnung über Ihren Fernwärmeabschlag oder -verbrauch (Monatsrechnung).
  2. Sie bezahlen wie gewohnt Ihren Abschlag/ Rechnung, entweder per Lastschriftverfahren oder per Überweisung.
  3. Wir informieren Sie über Ihre individuelle Gutschrift und lassen Ihnen diese Gutschrift zukommen. Dafür brauchen wir Ihre Kontaktdaten sowie Ihre Bankverbindung.  Hierfür senden wir Ihnen ab Mitte November ein Formular zu. Alternativ können Sie das Formular direkt online ausfüllen.

Sie erhalten die geplante Einmalzahlung im Dezember, wenn Sie am Stichtag 01.12.2022 swa Fernwärmekund*in sind sowie eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Ihr jährlicher Verbrauch unter 1,5 Mio. kWh liegt.
  • Sie Vermieter*in sind und der Verbrauch mehrerer Haushalte bzw. Mieter*innen über Ihre Entnahmestelle abgerechnet wird.
  • Es sich bei Ihnen um eine Wohnungseigentümergesellschaft (WEG) handelt.
  • Ihre Einrichtung erfüllt die Voraussetzungen nach EWSG §4 Nr.1 Satz 1-4.

Wenn Sie berechtigt sind und über 1,5 Mio. kWh verbrauchen, bitten wir Sie, uns dies schnellstmöglich formlos per Mail an fernwaerme(at)sw-augsburg.de mitzuteilen. Diese Mitteilung gilt sowohl für die Dezember-Soforthilfe als auch die Wärmepreisbremse (EWPBG).

Grundsätzlich nicht berechtigt für eine Entlastung sind Kund*innen mit einem Verbrauch > 1.500.000 kWh/a (es sei denn als Ausnahme; siehe nächste Frage).

  1. Ihr jährlicher Verbrauch liegt unter 1,5 Mio. kWh.
  2. Sie beziehen die Wärme im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum oder als Wohnungseigentümergemeinschaft im Sinne des Wohneigentumsgesetze.
  3. Es handelt sich bei Ihnen um eine zugelassene Pflege-, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtung, eine Kindertagesstätte oder eine andere Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, die im Aufgabenbereich des Sozialgesetzbuchs soziale Leistungen erbringt.
  4. Es handelt sich um die Entnahmestelle einer staatlichen, staatlich anerkannten gemeinnützigen Einrichtung des Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsbereichs oder um eine Bildungseinrichtung der Selbstverwaltung der Wirtschaft in der Rechtsform von Körperschaften des öffentlichen Rechts oder als eingetragener Verein.
  5. Es handelt sich um Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation, Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, anderer Leistungsanbieter oder Leistungserbringer der Eingliederungshilfe nach Teil 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch sind.

Die tatsächliche Höhe des Entlastungs-Betrags hängt von den vertraglichen Vereinbarungen zwischen uns und Ihnen ab. Aufgrund verschiedener Vertragsvarianten hat der Gesetzgeber unterschiedliche Berechnungsmethoden vorgesehen.

Im Normalfall errechnet sich der Betrag für Fernwärme-Kund*innen durch den Durchschnitt der Abschläge von Oktober 2021 bis September 2022 multipliziert mit dem Faktor 1,2: (Summe Abschläge von Oktober 2021 - September 2022)/12* 1,2

Der Faktor 1,2 möchte der Gesetzgeber pauschal die Annahme steigender Preise von September bis Dezember 2022 widergespiegeln.

Falls Sie noch nicht seit Oktober 2021 an die Fernwärme angeschlossen sind, erhalten Sie eine Gutschrift entsprechend einer vom Gesetzgeber vorgegebenen alternativen Berechnungsmethodik. Daher wird Ihnen nicht Ihr Abschlag/ Ihre Rechnung im Dezember erlassen, sondern eine individuelle Gutschrift auf Basis Ihres bisherigen Verbrauchs berechnet.

Wenn Sie Mieter*in sind, werden Sie zwar entlastet, jedoch nicht direkt von uns als Wärmeversorger, sondern von Ihrem/Ihrer Vermieter*in über die nächste Heizkostenabrechnung. In dieser muss Ihr*e Vermieter*in die konkrete Höhe der Entlastung gesondert ausweisen.

Ja, Sie trifft als möglicherweise begünstigter Letztverbraucher eine Mitwirkungspflicht.

Bei einem Verbrauch unter 1.500.000 kWh/a gilt Folgendes:

Wenn Sie uns ein SEPA-Mandat erteilt haben und wir Ihre Kontaktdaten haben, müssen Sie nichts weiter tun. Wir haben Ihre Bankverbindung und überweisen die Entlastung im Dezember auf das von Ihnen hinterlegte Konto.

Wenn Sie kein SEPA-Mandat erteilt haben, fordern wir Sie auf, uns Ihre Kontodaten zu übermitteln. Hierfür senden wir Ihnen ab Mitte November ein Formular zu. Alternativ können Sie das Formular direkt online ausfüllen. Wenn Sie dieser Aufforderung bis zum 20. November 2022 nachkommen, überweisen wir die Entlastung ebenfalls im Dezember. Folgen Sie der Aufforderung nicht, wird die Entlastung erst mit der nächsten Jahresrechnung im September 2023 verrechnet, außer Sie melden sich aktiv bei uns und fordern eine nachträgliche Rücküberweisung. In jedem Fall erhalten Sie Ihre Gutschrift.

Bei einem Verbrauch über 1.500.000 kWh/a muss zudem geprüft werden, ob per Ausnahmeregelung der Anspruch auf eine Entlastung besteht. Sofern die Prüfung ergibt, dass die Sie für eine Entlastung berechtigt ist, müssen Sie uns dies bis zum 10. Dezember 2022 mitteilen. Die Mitteilung kann textlich, d.h. per E-Mail an fernwaerme@sw-augsburg.de erfolgen; nicht notwendigerweise schriftlich.

Damit wir die Entlastung erfolgreich umsetzen können, sind wir laut Gesetz verpflichtet, Daten unserer Kund*innen an eine gesetzlich festgelegte Stelle weiterzugeben.

Folgende Daten müssen wir weitergeben:

  • E-Mail-Adresse oder Telefonnummer
  • Postanschrift
  • Abschlags-/ Verbrauchszahlungen

Wenn wir Ihre Daten bereits haben, leiten wir diese weiter. Haben wir Ihre Kontaktdaten noch nicht, bitten wir Sie, uns diese schnellstmöglich zu übermitteln. Hierfür senden wir Ihnen ab Mitte November ein Formular zu.  Alternativ können Sie das Formular direkt online ausfüllen. Bitte geben Sie zugleich Ihr Einverständnis, Ihre Daten für die Laufzeit und zur Abwicklung Ihres aktuellen Liefervertrags zu speichern und anzuwenden. 

Sie erhalten die Gutschrift – sofern Sie uns Ihre Bankverbindung mitgeteilt haben – im Dezember 2022.

Kosten & Preise

Bei einer Anschlussleistung bis zu 20 kW wird jährlich abgerechnet, bei einer Anschlussleistung über 20 kW wird monatlich abgerechnet.

Der Wärmepreis ist abhängig vom Leistungsbedarf des Gebäudes. Er setzt sich aus Grund- oder Leistungspreis, Verbrauchs- und Messpreis zusammen.

Bei der Fernwärme war der Preis in den vergangenen Jahren vergleichsweise stabil.  Gleichzeitig konnten wir erreichen, dass die Fernwärme heute schon zu einem großen Teil aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Dennoch ergibt sich aus den folgenden Gründen eine Preissteigerung für die swa Fernwärme zum 1. Januar 2023:

Der Krieg in der Ukraine und die nahezu vollständige Einstellung der Gaslieferungen von Russland nach Europa haben die Preise für Erdgas teilweise auf das 500-fache steigen lassen. Parallel dazu sind auch die Preise der andere Energieträger in den vergangenen Monaten so stark wie nie zuvor gestiegen.

Zur Erzeugung von Fernwärme betreiben wir mehrere Heizkraftwerke in Augsburg. Ein weiterer Anteil der Fernwärme entsteht im Biomasse-Heizkraftwerk, darüber hinaus beziehen wir Abwärme von der Müllverbrennung der AVA. Die Beschaffungspreise für alle eingesetzten Brennstoffe und der Einsatz von Strom haben sich ebenfalls deutlich verteuert; zudem sind die rechtlich vorgegebenen CO2-Preise auf Bundes- und EU-Ebene weiter gestiegen.

Einmaliger Anschlussbeitrag

Einmaliger Kostenaufwand für Zuleitung, Grabarbeiten, Wiederherstellung Umgebung, Hauseinführung, Kellerleitung bis zur Übergabestation, Installation Übergabestation inkl. Stromanschluss.

Installationskosten (durch bauseits beauftragen Heizungsbauer)

Anpassungsarbeiten der bestehenden Leitungen für die hausinterne Heiz- und Warmwasserverteilung sowie Demontage und Entsorgung des alten Heizsystem durch ein qualifiziertes Sanitär-/Heizungsunternehmen sowie die Elektroanschlussarbeiten am Zähler.

Grundpreis (Fixkosten)

Preis für Fixkosten (Betrieb, Unterhalt, Zählergebühr und Finanzierung der Anlage).

Wärmebezug (variable Kosten)

Die Übergabestation ist mit einem geeichten Zähler ausgerüstet, der den effektiv bezogenen Wärmebezug ausweist. Das heißt, der Energiepreis für die bezogene Wärme ist verbrauchsabhängig (in Cent/pro kWh).

Die von Kund*innen zu übernehmenden Anschlusskosten werden nach Fertigstellung des Hausanschlusses verrechnet.

Technik

Energie sparen ist nicht nur gut für den Geldbeutel, da Sie so Ihre Nebenkosten senken können - auch die Umwelt freut sich darüber. Senken Sie die Heiztemperatur beispielsweise um nur ein Grad Celsius ab, können Sie bis zu sechs Prozent Energie einsparen. Die Temperatur im Wohn- oder Kinderzimmer sollte durchschnittlich bei 20 Grad Celsius liegen. Im Schlafzimmer reichen Temperaturen zwischen 16 und 17 Grad Celsius aus. Im Badezimmer sollte aufgrund der höheren Feuchtigkeit die Durchschnittstemperatur bei mit 22 Grad Celsius liegen. In der Küche reichen 18 Grad Celsius aus, denn beim Kochen entsteht zusätzlich Wärme.

Welche Größe der Raum haben muss, hängt von der nötigen Leistung der künftigen Heizanlage ab.

Hausanschlussraum

Nach DIN 18012 ist ein Hausanschlussraum in Gebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten erforderlich.

Im Hausanschlussraum sollen die Übergabestation und gegebenenfalls die Hauszentrale eingebaut werden.

Der Raum sollte verschließbar sein und muss jederzeit für swa  Mitarbeitende und deren Beauftragte zugänglich sein. Der Platzbedarf von Trinkwassererwärmungsanlagen ist vom eingesetzten System abhängig. Der erforderliche Platzbedarf muss mit den swa abgestimmt werden.

Skizze Hausanschlussraum

Platzbedarf von Fernwärme-Übergabestationen nach DIN 4747

(ohne Platzbedarf für Hauszentrale)

Hausanschluss ÜbergabestationWassermenge/1 /2
bis...bis … [m³/h][m][m]
DN322,670,40 1,80
DN403,950,402,00
DN507,210,502,50
DN6514,00,502,80
DN8021,00,503,00
DN10034,90,503,30

 

Fernwärme-Übergabestation

Die Übergabestation ist nach DIN 4747 das Bindeglied zwischen der Hausanschlussleitung und der Hauszentrale. Sie dient dazu, die Wärme bestimmungsgemäß, z. B. hinsichtlich Druck, Temperatur und Volumenstrom, an die Hauszentrale zu übergeben.

Fernwärme-Hausstation

Eine Fernwärme-Hausstation ist ein komplettes Heizsystem, das bauseitig nur noch hydraulisch und elektrisch angeschlossen werden muss. Die Kompaktstation enthält einen Wärmeübertrager, eine witterungsgeführte Regelung und die geregelten Heizkreise.

Für eine Inbetriebnahme und Inbetriebsetzung muss die Kundenanlage hydraulisch und elektrisch angeschlossen sein. Die Station muss mit einem Potentialausgleich versehen werden. Damit eine Inbetriebnahme durchgeführt werden kann, muss der Fachfirma mindestens sechs Wochen im Voraus das unterschriebene Inbetriebsetzungsformular vorliegen. Im Anschluss findet durch die technischen Berater eine Vorüberprüfung statt und es wird ein Termin für die Inbetriebnahme vereinbart.

Liefergrenze

An der Liefergrenze sind von den Kund*innen die vertraglich vereinbarten Werte des Wärmeträgermediums (heißes Wasser aus den Kraftwerken der swa) hinsichtlich Druck, Temperatur, Differenzdruck und Volumenstrom einzuhalten.

Eigentumsgrenze

Die Eigentumsgrenze kennzeichnet den Teil der Anlagentechnik im Eigentumsbereich der swa. An der Schnittstelle zwischen der Eigentumsgrenze und der Liefergrenze findet der Gefahrenübergang von den swa auf die Fernwärmekund*innen statt. Die swa bleiben Eigentümer des Wärmeträgermediums sowie des Wärmemengenzählers.

zur Grafik Liefer- und Eigentumsgrenze

Leistungen der swa

  • Lieferung von Fernwärme
  • Hausanschlussleitung von der Hauptleitung bis in die Liegenschaft
  • Rohleitungen bis zur Übergabestation
  • Übergabestation zur bereits gelieferten Heizzentrale

Leistungen des Eigentümers

  • Gegebenenfalls Demontage und Entsorgung des bestehenden Öltanks/Heizungsanlage
  • Anpassungsarbeiten auf die bestehende Heizverteilung und Warmwasseraufbereitungsanlage (Boiler) durch ein Heizungs- und Sanitärunternehmen
  • Anmeldung des Leistungsbedarfes von Fernwärme (vertragsrelevant)

Durch Schließen der Absperrventile in der Heizzentrale. Zusätzlich muss die Regelung ausgeschaltet werden (Schaltschrank). Das Schließen der verplombten Hauptabsperreinrichtungen ist untersagt.

Ein Parallelbetrieb Ihres alten Heizkessels mit der Wärmeversorgung über das Fernwärmenetz ist nicht möglich.

Ja, Sie können unsere Fernwärme auch mit anderen erneuerbaren Energien verbinden.

Ja, eine Nach- oder Umrüstung auf Fernwärme ist grundsätzlich fast immer möglich. Einfach wird es, wenn in dem jeweiligen Altbau schon eine wasserführende Heizung (z.B. Heizöl- oder Erdgasheizkessel) installiert ist und die Heizkesselanlage problemlos durch eine Wärmeübergabestation ersetzt werden kann.

Ja.

Sollte an der Wärmeübergabestation keine Wärme anstehen, verständigen Sie bitte zuerst die Stadtwerke Augsburg als zuständigen Netzbetreiber, um sicherzustellen, dass keine netzseitige Störung vorliegt. Falls dies nicht der Fall ist, wenden Sie sich bitte an Ihr mit der Wartung beauftragtes Fachunternehmen. Störung können Sie bei den swa unter 0821/6500-5555 melden.

Verbrauch

Der Anschlusswert des Gebäudes setzt sich aus der von einem Fachplaner berechneten Heizlast „Raumheizung“ (Heizlastberechnung nach DIN EN 12831) und der anhand für das Gebäude ermittelten Bedarfskennzahl N (nach DIN 4708) festgelegten Heizlast „Trinkwassererwärmung“ zusammen. Dieser Wert bestimmt den Leistungspreis der Wärmelieferung.

Die Ablesung erfolgt überwiegend mittels Fernauslesung – es muss also niemand zu Ihnen ins Haus kommen. Bei Messeinrichtungen, die noch nicht über entsprechende Technik verfügen, erfolgt die Ablesung manuell durch swa Personal. Die Zähler obliegen einer Eichfrist von fünf Jahren. Die Kosten für das Auswechseln der Zähler tragen die swa.

Nein, es wird nur die Wärmemenge abgerechnet, die tatsächlich verbraucht wurde.

Ja, gemäß §3 Nr. 1 AVBFermwärmeV.

Vertrag & Kündigung

Nein, ein Anbieterwechsel ist nicht möglich. Die Versorgung mit Fernwärme ist ein nicht regulierter Markt. In Augsburg gibt es derzeit nur die Stadtwerke Augsburg (swa) als Anbieter.

Gemäß §32 Nr. 1 AVB Fernwärme Verordnung beträgt die Erstvertragslaufzeit max. zehn Jahre.  

Nein, der Wärmelieferungsvertrag verlängert sich nach Ablauf der Erstvertragslaufzeit um jeweils ein Jahr zum 30. September, sollte dieser nicht gekündigt werden.

Der Wärmelieferungsvertrag kann nach der Erstvertragslaufzeit unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum 30. September gekündigt werden.

Kontakt
Kundencenter
swa Beratung
Telefon: 0821 6500-6500
Fax: 0821 6500-14415
FAQs

FAQs

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Produkte und Dienstleistungen der swa.

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Bitte beachten Sie, dass die Telefonate zu Protokollzwecken aufgezeichnet werden.

Erdgas0821 6500-5500
Strom0821 6500-6600
Fernwärme0821 6500-5555
Trinkwasser0821 6500-6655